Markus Schmidt über die Situation in der DR Kongo:

>> Es gibt, Stand 5. April 2020, 161 bestätigte Fälle von COVID19, 18 Verstorbene, fünf Geheilte. Die meisten Fälle wurden weiterhin in Kinshasa entdeckt, jedoch sind insgesamt fünf von 26 Provinzen betroffen.

Die USA, Schweiz, Belgien und Frankreich haben Flüge organisiert, um ihre Staatsbürger/innen auszufliegen. Eine Privatinitiative – geführt vom französischen Konsul – in Lubumbashi hat ein Flugzeug nach Brüssel gechartert. Immer mehr Europäer/innen und Amerikaner/innen verlassen das Land.

Vital Kamerhe, der „chef de cabinet“ des Staatspräsidenten (könnte man wohl als Präsidialamtsminister betrachten), muss wegen Veruntreuungsvorwürfen, die er allerdings bestreitet, vor Gericht erscheinen. Den ersten Termin am 6. April hat er nicht wahrgenommen, jetzt gibt es eine neue Vorladung. Noch spricht man nicht von einer Regierungskrise. Aber auch der Regierungsbeauftragte für die Coronabekämpfung steht unter starker Kritik, nachdem seine Äußerungen zu einer möglichen Testphase von Impfungen falsch verstanden wurden. Es wurde vermutet, dass die kongolesische Bevölkerung als Versuchsobjekte missbraucht werden könnte. In den sozialen Medien machen „fake news“ die Runde, wonach sogar der chinesische Staatspräsident alle Afrikaner/innen vor den amerikanischen und europäischen Impfungen warnt.

Kuba bietet seine Unterstützung an und hofft im Gegenzug darauf, dass die DRKongo bei den USA für eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Karibikstaat wirbt.

Die Coronakrise in Afrika scheint die große Bühne der Weltpolitik zu entern. <<

 

Markus Schmidt und seine Frau Sibylle arbeiten im Sozial- und Gesundheitswesen in der DR Kongo. Wichtige Tätigkeitsfelder sind die HIV/AIDS-Aufklärung und -prävention sowie die Versorgung und Behandlung von Epilepsiepatient/innen. Sibylle und Markus Schmidt wurden von Mission EineWelt ausgesendet.

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