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Fair Toys – Nürnberg als Wiege für ein Spielzeugsiegel

Bei einer digitalen Pressekonferenz stellte die Steuerungsgruppe der Fairtradetown Nürnberg unlängst gemeinsam mit dem Nürnberger Bündnis Fair Toys ihr aktuelles Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte vor: passend zu Vorweihnachtszeit stand dabei das Thema „Spielzeug“ im Mittelpunkt.

 

Mangelhafte Sozial- und Umweltstandards in der Spielzeugproduktion

Bei der Herstellung von Spielwaren geht es bunt, putzig, kreativ zu? – Das Heile-Welt-Klischee täuscht. Bei der Produktion von Spielwaren herrschen vergleichbare Bedingungen wie in der Textilbranche. Die Arbeiter*innen in den Spielzeugfabriken leisten oft unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen exzessive Überstunden ab und erhalten am Ende des Monats dennoch keinen existenzsichernden Lohn. Damit das nicht so bleibt, hat sich im Sommer 2020 in Nürnberg die Fair Toys Organisation (FTO) gegründet. Die Initiative dazu kam vom Nürnberger Bündnis Fair Toys, in dem sich kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen mit städtischen Einrichtungen seit 2001 für bessere Arbeitsbedingungen in der Spielwarenbranche einsetzen. In der FTO engagieren sich Spielzeughersteller, Handel und zivilgesellschaftliche Organisationen nun gemeinsam für die institutionelle Verankerung von menschen- und arbeits- und umweltrechtlichen Standards in Spielwarenproduktion und -handel. Bis Ende 2022 soll ein Siegel entwickelt werden, dass die Einhaltung von festgeschriebenen Arbeits- und Umweltstandards bei Unternehmen zertifiziert.

 

Film: „Fair Toys – Fair Play“

Die Geschwister-Scholl-Realschule, Mitglied im Nürnberger Bündnisses Fair Toys, hat mit zwei achten Klassen einen Film produziert. Darin werden unter dem Titel „Fair Toys – Fair Play“ das Recht auf Spielen und die Problematik der Arbeitsbedingungen in der Spielzeugproduktion beleuchtet. Der Kurzfilm wurde in der Straße der Kinderrechte gedreht. Michael Schwarzer, als zuständige Lehrkraft an den Dreharbeiten und an den vorbereitenden Unterrichtseinheiten beteiligt, sieht den Film als Belebung des Schul-Leitbild gewordenen Sophie Scholl-Zitats „Schluss. Jetzt wird etwas getan!“.

 

Plakataktion „Fairer Handel – ein globales Zusammenspiel“

Passend zur Weihnachtszeit findet die fünfte Plakataktion nach dem Motto „Fairer Handel – ein globales Zusammenspiel“ statt. 200 Plakate wurden im gesamten Nürnberger Stadtgebiet aufgehängt. Mit der Aktion soll auf den Fairen Handel aufmerksam gemacht und die Menschen dazu angeregt werden, sich Gedanken darüber zu machen, unter welchen Bedingungen die Dinge produziert wurden, die unter dem Weihnachtsbaum liegen. Als „Fotomodell“ stellte sich diesmal Karin Falkenberg, Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg, zur Verfügung.