Sie unterstützen die Fair Toys Organisation: Der Nürnberger OB-Kandidat Thorsten Brehm (SPD) (l.) und Katarina Barley (SPD) (r.), Vizepräsidentin des Europaparlaments informieren sich zusammen mit Maik Pflaum von der CIR (m.) am Stand von Sigikid, ob und wie sich das Unternehmen für die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards einsetzt

Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg hatte die Fair Toys Organisation (FTO) Premiere. Künftig sollen in der FTO, AkteurInnen aus Zivilgesellschaft und Spielzeugindustrie diese Plattform nutzen, um die Einhaltung von Menschen-, Arbeits- und Umweltrechten in der Spielwarenherstellung zu etablieren. Das ist das Konzept, das maßgeblich vom Nürnberger Bündnis Fair Toys entwickelt wurde, in dem auch Mission EineWelt Mitglied ist.

Mittelfristig soll unter anderem ein Siegel für fair hergestellte Spielwaren etabliert werden, dass die Einhaltung von menschen- und arbeitsrechtlichen sowie ökologischen Standards dokumentiert. Bei einem öffentlichen Fachgespräch während der diesjährigen Nürnberger Spielwarenmesse wurde das Konzept größtenteils wohlwollend aufgenommen. „Jetzt muss sich eine Gruppe engagierter Unternehmen mit der Zivilgesellschaft zusammentun und ein Siegel für faires Spielzeug auf dem Weg bringen“ trommelte Barbara Fehn-Dransfeld vom Plüschtierhersteller Heunec aus Neustadt bei Coburg.

Auch wenn die Organisation und mit ihr die Entwicklung eines Fair Toys-Siegels noch am Anfang steht, zeigten sich die InitiatorInnen optimistisch. Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DVSI) freute sich über den gemeinsamen Aufbruch von Zivilgesellschaft, Unternehmen und Verband. Letzterer stehe voll hinter der Initiative, versicherte er. Für die Nichtregierungsorganisationen erklärte Maik Pflaum von der christlichen Initiative Romero die Zusammenarbeit von Unternehmen und Zivilgesellschaft in Sachen FTO verlaufe bislang konstruktiv. Das angestrebte Fair Toys-Siegel solle von Zivilgesellschaft und Industrie gleichberechtigt vergeben werden. Dass eine solche Multi-Stakeholder-Initiative funktionieren könne, habe im Textilbereich die FairWear Foundation bewiesen. Diese könne als „Blaupause“ für den Spielwarensektor fungieren.

Thomas Eichhorn von Puppenhersteller Zapf Creation forderte: „Den Kopf in den Sand stecken und wegtauchen gilt nicht. Wir als Branche müssen demonstrieren, dass wir das können.“ Es gehe auch nicht nur um Produktionsstätten hier oder in China, sondern darum, dass ein Unternehmen grundsätzlich nachhaltig aufgestellt sei.

Das Engagement der Hersteller wird auch durch das von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) angekündigte Lieferkettengesetz befeuert, dass Unternehmen zur Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang ihrer Lieferketten verpflichten soll. „Besser jetzt selbst aktiv die Verantwortung übernehmen und die Regeln mitgestalten, als später auf ein Gesetz reagieren zu müssen“, meinte Eichhorn.

Jetzt müssen noch möglichst viele Spielwarenhersteller für die FTO gewonnen werde. Die nächste Informationsveranstaltung findet am 3. März 2020 im Nürnberger Rathaus statt. Als Gastgeber wird der Nürnberger OB Ulrich Maly dabei sein.

Jürgen Bergmann/TN