Verabschiedung Diakon Gerhard Stahl

Am vergangenen Samstag wurde mit einem ganz besonderen Gottesdienst Diakon Gerhard Stahl in den Ruhestand verabschiedet. Der gebürtige Würzburger war in den letzten 22 Jahren in verschiedenen Bereichen des damaligen Missionswerkes Bayern (jetzt: Mission EineWelt) eingesetzt, in den letzten Jahren war er als Partnerschaftsreferent zuständig für die Beziehungen zwischen lutherischen Gemeinden in Bayern zu Kirchengemeinden in Papua-Neuguinea und in Malaysia.

Verabschiedung Diakon Gerhard Stahl

Verabschiedung Diakon Gerhard Stahl

Wie sehr die Arbeit mit lutherischen Christen im fernen Pazifik das berufliche Leben des Rummelsberger Diakons geprägt hat, erfuhren die rund 150 Gottesdienstbesucher in der Neuendettelsauer Sankt Nikolai-Kirche durch Wort und Tat: Kollegen des „Rentners in spe“ begleiteten den Abschiedsgottesdienst mit Liedern aus Papua-Neuguinea, gesungen in der landesweiten Umgangssprache Tok Pisin.

Verabschiedung Diakon Gerhard Stahl

Verabschiedung Diakon Gerhard Stahl

In seiner Predigt blickte Gerhard Stahl nicht etwa mit Wehmut zurück, sondern richtete den Blick vorwärts auf die kommenden Jahre. Viel habe er mit seinen TeamkollegInnen im Referat Partnerschaft und Gemeinde in den letzten Jahren erreichen können, aus den Fehlern in der Vergangenheit habe er stets gelernt. Doch das Wichtigste sei die Zeit, die vor ihm liege, betonte der passionierte Radfahrer. Gemeinsam baue man am Reich Gottes, dessen Kommen ja vielleicht schon ein wenig angefangen habe, bemerkte er augenzwinkernd. In seinem neuen Alltag als Pensionär wolle er versuchen, seinen Glauben wieder mehr in den Alltag zu integrieren. Gerade bei seinen Auslandsreisen zu den Kirchengemeinden in Übersee habe er gelernt, wie sehr das Gebet den Alltag der Menschen präge.

Beim abschließenden festlichen Empfang in der Tagungsstätte von Mission EineWelt wurde es humorig. Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann, der um die Fußballbegeisterung Stahls wusste, verglich Stahl mit einem Fan des 1. FCN: Ein Partnerschaftsbeauftragter bei Mission EineWelt müsse genauso wie ein Club-Fan zwei Eigenschaften aufweisen: Er müsse begeisterungs- und leidensfähig sein!

Gerührt zeigte sich Stahl von den Abschiedsworten der Rummelsberger Brüdergemeinde, bei denen er vor 40 Jahren eintrat. In Vertretung des Rektors der Rummelsberger Diakone überbrachte Bruder Herbert Lang die Grüße der Gemeinschaft und unterstützte Direktor Hoerschelmann bei der Entpflichtung von Gerhard Stahl.

Die zahlreich anwesenden Dekanatsmissionsbeauftragten aus ganz Bayern und die ökumenischen Mitarbeitenden aus Papua-Neuguinea freuten sich besonders über ein Grußwort von Pfarrer Jack Urame, dem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Papua-Neuguinea. Im von der gebürtigen Neuguineerin Hofagao Kaia-Hauth verlesenen Grußwort unterstrich Bischof Urame die wichtige Rolle, die Gerhard Stahl beim Aufbau und dem Erhalt der bayerisch-neuguineischen Partnerschaftsbeziehungen zugekommen war. Stahl sei ein Segen für die neuguineische lutherische Kirche gewesen. Er sei dabei nicht nur als Partnerschaftsbeauftragter nach Papua-Neuguinea gekommen, sondern als Freund und als Mitglied der großen Familie von Gottes Kindern, so Bischof Urame.

 

Julia Ratzmann