Damit Menschen überall auf der Welt gleichermaßen die Möglichkeit bekommen, sich gegen Covid 19 impfen und behandeln zu lassen, setzt sich die 13. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für einen gerechten Zugang zu Impfstoffen und Medikamenten gegen Covid 19 ein. In einem Beschluss des Kirchenparlaments vom 10. November 2021 fordern die Synodalen den Rat der EKD auf, Bundesregierung und EU-Institutionen in die Pflicht zu nehmen, damit „die Verteilung der Covid-19-Impfstoffe gerechter gestaltet wird und weltweit gefährdete Gruppen vorrangig versorgt werden“. Dazu müsse die COVAX-Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die sich um die weltweite und gerechte Verteilung von Impfstoffen bemüht, „besser und schneller mit Impfstoffen ausgestattet“ werden. Ein weiterer Schritt sei der Auf- bzw. Ausbau der Kapazitäten zur Herstellung von Impfstoffen, Medikamenten und von medizinischer Schutzausrüstung „in ärmeren Ländern“. Speziell die WHO-Initiativen C-Tap (Covid 19 Technology Access Pool) und der in Südafrika angesiedelte mRNA-Hub sollen mehr unterstützt werden.

Ebenfalls verstärkt werden müsse im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit die Hilfe für Länder, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind, damit diese „die akute wirtschaftliche und soziale Krise überwinden“ können.

Geprüft werden soll die Unterstützung einer Initiative, die im Vorfeld auf kirchlicher Seite bereits von Brot für die Welt und einigen Missionswerken, darunter Mission EineWelt, befürwortet wurde: die zeitweise Aussetzung geistiger Eigentumsrechte auf Impfstoffe, Medikamente und medizinische Technologien zur Bekämpfung von Corona. Dieser nach dem entsprechenden Abkommen der Welthandelsorganisation WTO zum Schutz geistigen Eigentums so genannte TRIPS-Waiver wird inzwischen auch von über 100 Ländern, unter anderem den USA, Frankreich und Australien, unterstützt. Bewährt hat sich eine solche Praxis unter anderem im Kampf gegen HIV/Aids.

„Ich freue mich, dass die Synode sich der gerechten Verteilung von Impfstoffen angenommen hat“, kommentiert Mission EineWelt-Direktorin und Synodenmitglied Gabriele Hoerschelmann den Beschluss. „In vielen Ländern des globalen Südens, auch dort, wo unsere Partnerkirchen angesiedelt sind, kann das Corona-Virus sich beinahe ungehemmt ausbreiten.“ Allerdings seien viele Menschen insbesondere in Afrika sehr skeptisch gegenüber Impfungen. „Die Gründe dafür sind vielfältig, einer davon sind leider auch die grausamen medizinischen Experimente von Robert Koch während der Kolonialzeit, unter denen auch die Menschen im Land einer unserer ältesten Partnerkirchen, in Tansania, gelitten haben“, betont Hoerschelmann. „Wir müssen also nicht nur die Versorgung mit Impfstoffen im Blick haben. Genauso wichtig ist es, das Vertrauen der Menschen in den Ländern des Globalen Südens in die Impfmedizin zu gewinnen.“