Das Referat Papua-Neuguinea, Pazifik, Ostasien von Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, wurde nach dem Ausscheiden des langjährigen Referatsleiters Traugott Farnbacher neu aufgestellt. Sein Nachfolger wird Thomas Paulsteiner, seit 2003 Fachreferent Ostasien. Die damit frei gewordene Fachreferentenstelle übernimmt Arnim Doerfer, seit 2014 Gemeindepfarrer in Langenaltheim.

Die beiden Theologen haben einiges gemeinsam. Sie sind beide Jahrgang 1964, waren beide in Papua-Neuguinea und sind sowohl intellektuell beschlagen wie auch handwerklich geschickt. Thomas Paulsteiner arbeitete nach dem Abitur und während seines Wehrdienstes in einer Schreinerei mit, Arnim Doerfer machte nach der Schule erstmal eine Ausbildung zum Schlosser. Vor allem aber sind beide, wie Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann während des Einführungsgottesdienstes in der Neuendettelsauer Nikolaikirche betonte, „Theologen, denen Partnerschaft und Mission als Kennzeichen der Kirche wichtig sind“.

Paulsteiner, der nach seiner Z.A.-Zeit als District Missioner in Papua-Neuguinea tätig war, hat seit 1. März 2019 die Leitung des Referats Papua-Neuguinea, Pazifik, Ostasien inne, behält aber seinen Schwerpunkt Ostasien. Doerfer arbeitet ebenfalls seit 1. März als Fachreferent Papua-Neuguinea für Mission EineWelt. Der 54-Jährige verbrachte seine Kindheit als Sohn eines Missonarsehepaars in Finschhafen, Papua-Neuguinea. Nach seiner Ausbildung zum Diakon arbeitete er von 1994 bis 2005, ausgesandt vom damaligen Missionswerk der ELKB, als theologischer Mitarbeiter für die Evangelisch-Lutherische Kirche von Papua-Neuguinea (Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea, ELC-PNG). Danach absolvierte er die Ausbildung zum Pfarrverwalter an der Augustana Hochschule in Neuendettelsau.

Das Credo ihrer Arbeit formulierten Paulsteiner und Doerfer in ihrer gemeinsamen Predigt während des Einführungsgottesdienstes: „Letztlich geht es um die Dignität, um die Würde des anderen, weil auch er oder sie genauso geliebt ist und genauso ein Ebenbild Gottes ist, wie ich. Diese Würde hat nichts mit meinem Gehalt, meiner Gesundheit, meiner Leistungsfähigkeit oder mit meinem Status zu tun. Das in den Müllbergen Manilas ausgesetzte Neugeborene gilt genauso viel wie der Vorstandsvorsitzende mit dem gepflegten Schnauzbart aus Stuttgart“, sagte Doerfer. Paulsteiner ergänzte: „Gelingende weltweite Ökumene wächst nicht dadurch, dass einer der große Pascha ist und alle anderen nach seiner Pfeife tanzen. Das zeichnet sich aus durch einen liebevollen und respektvollen Umgang miteinander. Das zeichnet sich aus durch gegenseitige Wertschätzung und Achtung. Das zeichnet sich aus durch geschützte Räume, in denen man auch mal schwach sein darf und nicht immer nur in Topform funktionieren muss. Das zeichnet sich dadurch aus, dass ich auch mal Fehler machen darf und mich trotzdem geliebt und getragen weiß. In so einer Atmosphäre kann jedes Familienmitglied sein eigenes Potential entfalten, seine Gaben und Fähigkeiten entdecken und zum Wohl der Gemeinschaft einbringen.“

Thomas Nagel
Medien- und Pressereferent