„Salvation – for sale? “ Ist das Heil käuflich? Dieser Frage zur neuen Jahreskampagne von Mission EineWelt ging ein Online-Thementag nach, der gemeinsam mit der Pazifik-Infostelle und dem Verein Kultur Neuguinea veranstaltet wurde.

Im Zentrum stand ein Vortrag von Jack Urame, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea, mit dem Titel „Rituale auf der Suche nach gelingendem Leben“. Ausgehend von speziellen Geschichten rund um den sogenannten „Cargokult“ in Papua-Neuguinea machte Urame vielschichtig deutlich, dass es dabei um Ausdrucksformen einer Suche nach einem guten Leben geht, die auch das Leben in Europa hinterfragen. Starke wirtschaftliche Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten werden weltweit in ihrer Verzahnung immer deutlicher. Umso mehr stelle sich die Frage nach der Gegenwart und Zukunft christlicher Verbundenheit, nach Partnerschaften und Beziehungen. Christentum sei nicht nur – kapitalistisch geprägte – europäische und amerikanische Kultur, sondern als weltweite Gemeinschaft miteinander vernetzt. Die offene Frage für die Zukunft sei, wie gemeinsam eine Fülle des Lebens für alle gestaltet werden könne.

Nach melanesischen Traditionen stehe dabei besonders das Suchen nach Segen und guten Beziehungen im Vordergrund. Sie werden in Christus gewährt und geschenkt, und werden dann gestaltet.

Daher stellt sich aus Sicht des Bischofs anhand der Cargokulte die Frage an Europa und Amerika, inwiefern gerade dort kapitalistische Lebenshaltungen und Rituale gepflegt würden, in denen es um Produktionsweisen geht, die eher zu Zerstörungen des Zusammenlebens und zur Störung des Gleichgewichts des Lebens beitragen.

Ein abwechslungsreicher Tag machte deutlich, wie Verschiebungen der Art des Lebens in wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und religiösen Dimensionen zusammenhängen. Eine in Papua-Neuguinea verbreitete Erzählung vom Ursprung der Menschheit deutete die globale Gegenwart. Eine Original-Erzählung aus dem 2. Weltkrieg führte eindrücklich vor Augen, wie die damals modernsten Kriegsmaschinerien mit ihrem Material und ihrer Gewalt auf die Menschen in den Dörfern wirkten. Papua-Neuguinea war einer der großen Schauplätze des damaligen Krieges, und Spuren davon sind im ganzen Land zu finden. Auch zeitgenössische Kunst aus Papua-Neuguinea ließ einiges aus dem Cargo-Kult lebendig werden.

Die aufgezeichneten Beiträge sind hier auf dem Youtube-Kanal von Mission EineWelt abrufbar: https://www.youtube.com/user/MissionEineWelt/videos

 

Gottfried Rösch