Am 20. Juli 2019 wurden im Rahmen eines Studientags mit anschließendem Gottesdienst in der St. Nikolaikirche in Neuendettelsau und Empfang bei der Lila Nacht Reinhard Hansen, Leiter des Referats Afrika und stellvertretender Leiter von Mission EineWelt, und Ulrike Hansen, Studienleiterin im Referat Mission Interkulturell, verabschiedet. Mit dabei waren unter anderem auch der Präsident des Lutherischen Weltbundes und Erzbischof der Lutherischen Kirche Christi in Nigeria, Filibus Musa, und Professor Faustin Mahali, Vize-Kanzler der Tumaini University Makumira inTansania. Für Mission EineWelt geht mit dem Abschied der Hansens zweimal eine Ära zu Ende. „Ihr habt an uns allen und an den Menschen in der Ferne, die uns verbunden sind, gewirkt“, sagte Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt.

Sie haben große Spuren hinterlassen. „Die Liste dessen, was du bewegt und in Frage gestellt hast, würde die Zeit für dieses Grußwort bei weitem sprengen“, drückte Drea Fröchtling, Vorsitzende der Kommission für Frauen und Gender in Mission und Ökumene des Evangelischen Missionswerks in Deutschland, ihrer Kollegin Ulrike Hansen ihre Bewunderung aus. Kirchenrat Hans-Martin Gloël stand dem nicht nach: „Ich sehe einen ganzen Wald von Bäumen, die du gepflanzt hast“, lobte er Reinhard Hansen.

In ihrer gemeinsamen Predigt beim Verabschiedungsgottesdienst nahmen Ulrike und Reinhard Hansen unter anderem kritisch Stellung zum derzeitigen Umgang der EU mit Menschen, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu fliehen. „Jesus möchte, dass menschliche Regelungen das menschliche Zusammenleben positiv fördern. Aber leider gibt es viele Bereiche, wo das nicht der Fall ist, legte Reinhard Hansen den Finger in die Wunde. Ein Beispiel sei die Seenotrettung. „Die Retter stehen vor Gericht. Menschen ertrinken im Mittelmeer, das zum größten Massengrab der Geschichte wird.“ Früher habe die simple Regel gegolten, „wer in Seenot ist, wird gerettet, und basta“. Inzwischen scheine die EU aber ihre Werte verloren zu haben. Von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern forderten die Hansens eine deutliche Ansage zu solchen Missständen: „Jesus fordert von uns, dass wir uns damit befassen.“

Ulrike Hansen war seit 1995 Studienleiterin im heutigen Referat Mission Interkulturell von Mission EineWelt. Bis 2005 lag ihr Arbeitsschwerpunkt in der Begleitung ausländischer StipendiatInnen, anschließend in der ökumenischen Frauenarbeit. Von 2004 bis 2009 und von 2016 bis 2019 war sie zudem Vorsitzende der heutigen Kommission für Frauen und Gender in Mission und Ökumene des Evangelischen Missionswerks in Deutschland – früher: EMW-Kommission Frauen in der Mission. Die Arbeit bei Mission EineWelt war aber nur eine Hälfte ihrer beruflichen Tätigkeit. Auch nach ihrem Abschied von Mission EineWelt wird die 62-Jährige weiter auf ihrer halben Stelle als Gemeindepfarrerin in Vestenberg arbeiten.

Reinhard Hansen arbeitete von 1994 bis 2001 als Fachreferent Tansania und danach bis heute als Leiter des Referats Afrika für Mission EineWelt. Der 63-Jährige tritt nun in die passive Phase seiner Altersteilzeit über.