Die Traurigkeit nach Gottes Willen wirkt zur Seligkeit eine Umkehr, die niemand reut.

2. Korinther 7,10

 

Alles anders.

Wir warten auf unsere Passion.

Wir warten. Aber sie kommt nicht.

Was kommt, sind Umstände, die unsere Geduld erfordern.

Schon am Morgen suchen sie uns auf:

Unsere Nerven gehen uns so leicht durch, der Bus ist bereits voll, die Milch läuft über, die Freunde erscheinen nicht, das Telefon läutet ununterbrochen, die, die wir lieben, streiten sich; man möchte schweigen und muss sprechen, man möchte ausgehen und muss daheim bleiben, man möchte daheim bleiben und muss weggehen.

So treten Geduldsübungen an uns heran, neben- oder hintereinander, und vergessen immer uns zu sagen, dass sie das Martyrium sind, das für uns vorgesehen ist.

Wir aber lassen sie mit Verachtung an uns vorüberziehen und warten auf die Gelegenheit, unser Leben hinzugeben, eine Gelegenheit, die der Mühe wert wäre.

(Madeleine Debrel im Fasten-Wegweiser „Wandeln 2020“: www.anderezeiten.de)

 

Gebet:

Gott, Du  Schöpfer des Himmels und der Erde und allem, was darinnen ist.

Sich in Geduld zu üben, fällt uns in diesen Tagen nicht leicht, und dennoch ist es wichtiger denn je zuvor.

Vieles von dem, was uns sicher schien, wird unsicher, vieles von dem, was uns zentral und wichtig erschien, wird marginal und unwichtig.

Wir bitten Dich, sei Du uns in dieser Passionszeit nahe.

Lass uns diese, für uns neue Situation als Deinen Passionsweg mit uns begreifen.

Damit wir ihn gehen können, mit Geduld, Schritt für Schritt.

Amen.

 

Gabriele Hoerschelmann, Direktorin, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt