Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

Du bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte.

Neh 9,17

 

Die heutige Tageslosung macht mir Mut! Mut, auf einen Gott zu vertrauen, der so voller Nachsicht und Zuneigung ist. Und Mut, mir ein Beispiel zu nehmen, gnädig zu sein mit mir selbst und mit anderen und auch mal „Fünfe gerade sein zu lassen“.

Die aktuelle Situation in all ihrer Unsicherheit mit der Vielzahl an neuen Regeln und Beschränkungen löst Stress in uns Menschen aus. Sie lässt uns oftmals genervt werden, unzufrieden und ungerecht. Vor und in den Geschäften, die nun wieder geöffnet haben, muss man auf einmal Schlange stehen; Absperrungen und Verhaltensregeln schränken uns im Alltag beinahe überall ein.

Und gleichzeitig müssen wir die Ansprüche unserer Arbeitgeber/innen und unserer Familien erfüllen. Für viele, mit denen ich in den letzten Wochen (virtuellen!) Kontakt hatte, hat die Krise vor allem ein Mehr an Belastung mit sich gebracht. Kinder und alte Angehörige müssen nun oftmals im Alleingang versorgt und beschäftigt werden, und nebenbei gilt es, die Arbeit im Homeoffice oder unter erschwerten Bedingungen am Arbeitsplatz zu erledigen. – Da fällt dann oftmals nicht mehr viel Nachsicht und Langmut für die Nächste oder den Nächsten ab, der beim Einkauf im Supermarkt meint, es besonders eilig haben zu müssen.

Aber es ist keine Schande, den Alltag in diesen chaotischen Zeiten nicht so gut meistern zu können! Und man darf auch bewusst genervt und frustriert sein! Doch dann gilt es, sich zu erinnern, dass Gott niemals genervt oder frustriert ist von uns. Und das bringt eine große Erleichterung mit sich. Denn auch wenn man sich gerade niemand anderem zumuten kann. Gott kann man sich immer zumuten!

Besonders mag ich dabei das Wort „langmütig“. Laut Duden-Definition ist „Langmut“, „eine durch ruhiges, beherrschtes, nachsichtiges Ertragen oder Abwarten von etwas gekennzeichnete Verhaltensweise; eine große Geduld“. Das macht mir Mut! Denn auch wenn wir einmal nicht langmütig sein können – Gott hält mit und für uns durch, vor allem in diesen chaotischen Zeiten.

 

Andacht: Sara Dippold, Studierende der Religionspädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit im Praktischen Studienjahr, Praktikantin im Referat Entwicklung und Politik von Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

But you are a God ready to forgive, gracious and merciful, slow to anger and abounding in steadfast love, and did not forsake them.

Neh 9,17

 

Today’s daily slogan gives me courage! Courage to trust in a God who is so forgiving and full of affection. And courage to follow this example to be gracious with myself and with others and sometimes „to turn a blind eye on something“.

The current situation in all its uncertainty with the multitude of new rules and restrictions triggers stress in us humans. This situation often leaves us annoyed, dissatisfied and unjust. In front of and in the shops, which have now reopened, you suddenly have to stand in line; barriers and rules of conduct restrict us almost everywhere in everyday life.

And at the same time we have to meet the demands of our employers and our families. For many, with whom I have had (virtual!) contact in the past few weeks, the crisis has above all brought more stress. Children and old relatives now often have to be cared for on their own and besides, it is necessary to do the work in the home office or under difficult conditions at the workplace. – Then there is often no longer much indulgence and longanimity for the next who thinks that he or she has to be in a particular hurry when shopping in the supermarket.

But it’s no shame not to be able to cope with everyday life so well in these chaotic times! And you can also be deliberately annoyed and frustrated! But then it is important to remember that God is never annoyed or frustrated by us. And that brings great relief. Because even if you can’t demand something from anyone else right now. You can always demand anything from God!

I particularly like the word „longanimity“. According to the Duden definition, “longanimity” is “a behaviour characterized by calm, controlled, forgiving endurance or waiting for something; great patience ”. That gives me courage! Because even if we can’t be able to practice longanimity – God holds out for us, especially in these chaotic times.

 

Prayer: Sara Dippold

Illustration: Daniela Denk