Illustration: Daniela Denk

Illustration: Daniela Denk

 

Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen. 2.Mose 34,21

 

Arbeit und Ruhe. Aktion und Besinnung. Aktiv sein und Zeit haben. Bereits die Menschen der biblischen Überlieferung wussten um das notwendige Zusammenspiel dieser beiden Pole für ein gelingendes Leben und Miteinander.

Ursprünglich war die biblische Sabbat-Ruhe, der arbeitsfreie Tag dafür gedacht, dass die Menschen sich Zeit für Gott nehmen, um dem Schöpfer zu danken und ihn zu loben, und auch um Zeit zu haben für die Gemeinschaft. In der modernen Gesellschaft hat sich das Verständnis dahingehend gewandelt, dass ein arbeitsfreier Tag wichtig für die Regeneration der Menschen und das soziale Miteinander von Familie und Gruppen ist.

Vor allem ein gemeinsamer freier Tag, wie bei uns der Sonntag, erscheint wichtig, um die freie Zeit miteinander verbringen zu können. Die Evangelische Kirche verteidigt seit Jahren den arbeitsfreien Sonntag, der übrigens noch mit Art.140 in unserem (deutschen)Grundgesetz geschützt ist, gegen Initiativen aus der Wirtschaft, die gerne rund um die Uhr verkaufen würden. Im internationalen Vergleich erscheint der freie Sonntag bei uns in Deutschland fast ein Privileg. Rund um den Globus ist das Recht auf einen arbeitsfreien Tag geradezu Luxus.

Der freie (Sonn-)Tag will deutlich machen: Unser Leben ist mehr als Arbeit, Kaufen und Besitzen. Das biblische Sabbatgebot stellt Gott und Mensch in den Mittelpunkt und macht klar: Arbeit und Wirtschaft stehen im Dienst des Lebens und nicht anders herum. Jenseits von Profiten und Konsum brauchen die Menschen Zeit für sich und andere sowie zur Besinnung auf das, was wichtig ist im Leben. Oder, um es mit Albert Schweitzer zu sagen: „Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie.“ Amen.

 

Andacht: Gisela Voltz, Referat Entwicklung und Politik, Mission EineWelt

Illustration: Daniela Denk, Öffentlichkeitsarbeit, Mission EineWelt

 

 

Six days you shall work; on the seventh day you shall rest. 2 Mose 34:21

 

Work and rest. Action and meditation. Being active and having time. The people of biblical tradition already knew the necessary interplay between these two poles for a fulfilled life and togetherness. Originally, the biblical Sabbath rest, the day off from work was intended for people to take time for God, to thank and praise the Creator, as well as to have time for the community. In modern society, the understanding has changed that a day off from work is important for the regeneration of people and the social interaction of family and groups.

Above all, a common day off, such as Sunday, seems important in order to be able to spend the free time together. For years the Evangelical Lutheran Church has been defending the Sunday without work, which by the way is still protected by Art. 140 in our (German) constitution, against initiatives from the economy that would like to sell around the clock. In international comparison, free Sunday is almost a privilege for us in Germany. Around the globe, the right to a day off from work is almost a luxury. The free (Sun)day wants to make it clear: our life is more than work, buying and owning. The biblical Sabbath commandment places God and man at the centre and makes it clear that work and business are at the service of life and not the other way around.

Beyond profits and consumption, people need time for themselves and others and to reflect on what is important in life. Or to quote Albert Schweitzer: „If your soul doesn’t have a Sunday, it withers.“ Amen.

 

Prayer: Gisela Voltz

Illustration: Daniela Denk