Eigentlich wollten die Bundesminister Gerd Müller (CSU) und Hubertus Heil (SPD) am 10. März 2020 erste Eckpunkte für das von ihnen angekündigte Lieferkettengesetz vorlegen. Doch kurz vorher wurden sie laut Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Bundeskanzleramt zurückgepfiffen. Mission EineWelt kritisiert mit anderen Mitgliedern der bundesweiten Initiative Lieferkettengesetz dieses Vorgehen. „Damit stellt sich die Bundesregierung ein Armutszeugnis in Sachen konsequenter Politik für die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten aus“, moniert Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik von Mission EineWelt.

Im Dezember 2019 schien es so, als würden sich Vernunft, Weitsicht und Humanität durchsetzen. Das Ergebnis der ersten Umfragerunde zur freiwilligen Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten deutscher Unternehmen entlang ihrer Lieferketten im Rahmen des bereits 2011 aufgelegten Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) war desolat ausgefallen. Gerade einmal 464 von rund 7100 Unternehmen mit über 500 Beschäftigten und Hauptsitz in Deutschland hatten sich überhaupt beteiligt. Von diesen wenigen konnten nur 20 Prozent überzeugend darlegen, dass sie entlang ihrer Lieferketten auf die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten achten.

Daraufhin hatten die Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die jahrelange Hängepartie beendet. Sie verzichteten darauf, das Ergebnis einer weiteren Umfragerunde abzuwarten, legten das im NAP verankerte Freiwilligkeitsprinzip ad acta und kündigten ein Lieferkettengesetz an. Müllers Fazit: „Freiwilligkeit führt nicht zum Ziel.“

Zuletzt war angekündigt, dass die Minister am 10. März 2020 erste Eckpunkte des Lieferkettengesetzes vorlegen würden. Doch laut Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland hat das Bundeskanzleramt im Verein mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Veröffentlichung verhindert.

Als Mitglied der bundesweiten Initiative für ein Lieferkettengesetz kritisiert Mission EineWelt dieses Vorgehen. „Unter moralischen Aspekten ist die fortgesetzte Verweigerung einer handfesten Politik für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten durch die Bundesregierung ein Offenbarungseid“, kritisiert Jürgen Bergmann. „Dieses nationale Gesetz wäre wenigstens ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen. Denn noch immer blockiert die Bundesregierung die internationalen Verhandlungen für eine verbindliche gesetzliche Regelung zur Unternehmensverantwortung, das so genannte ‚UN Binding Treaty‘. So verspielt die Bundesregierung ein letztes Quäntchen Glaubwürdigkeit, wenn es um die Einhaltung von Menschenrechten geht.“

Verbindliche, national und international einklagbare Rechte für Arbeitnehmer/innen würden zu mehr globaler Fairness führen und Bemühungen um demokratische und gemeinwesenorientierte Entwicklungen wesentlich stärken. Umweltkatastrophen, Diktaturen, Bürgerkriege und daraus resultierende massenhafte Fluchtbewegungen sind auch Resultat einer internationalen Wirtschafts- und Handelspolitik der Industrienationen, die auf maximale Profite durch Ausbeutung der Menschen in den Ländern des globalen Südens ausgelegt ist.

„Wir fordern, dass die Bundesregierung sich schnellstens um die Umsetzung eines nationalen Lieferkettengesetzes bemüht und sich konstruktiv an den Verhandlungen für ein international gültiges Regelwerk beteiligt“, sagt Bergmann.

Wegen des Corona-Virus findet die für Freitag und Samstag, 13. und 14. März 2020, geplante Welt-Uni zum Thema „Künstliche Intelligenz“ jetzt virtuell statt. Alle, die sich angemeldet haben, bekommen die weiteren Informationen zum Ablauf und darüber, wie das Ganze für sie funktioniert, im Lauf des Freitags, 13. März 2020, via Mail. Wer noch nicht angemeldet ist, aber gerne an der nunmehr virtuellen Welt-Uni teilnehmen möchte, kann sich per Mail an elearning@mission-einewelt.de anmelden.

Am 4. und 5. März kam zum ersten Mal eine Gruppe Vikar/innen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) zum „Ökumenischen Lernen“ zu Mission EineWelt nach Neuendettelsau. Der Kurs diente ihnen zur Vorbereitung auf ihre ökumenische Studienreise nach Griechenland.

Bisher fand das „Ökumenische Lernen“ im Predigerseminar in Nürnberg statt und dauerte nur einen Nachmittag. Jetzt bekommen Vikar/innen eineinhalb Tage dafür Zeit, sich mit interkulturellen Fragen auseinanderzusetzen und die weltweite Dimension der lutherischen Kirche kennenzulernen. Ein Höhepunkt war für viele eine Begegnung mit Mitarbeitenden von Mission EineWelt und des Landeskirchenamts, die aus Partnerkirchen der ELKB kommen oder diese aus eigener Erfahrung intensiv kennengelernt haben.

Michael Seitz

Digitalisierung ist inzwischen auch im letzten Winkel dieses Planeten omnipräsent. Die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in Form immer intelligenterer, lernfähiger Systeme steht dabei mehr und mehr im Vordergrund. So enorm die Fortschritte sind, so groß sind die Probleme. „Für wen bremst das autonom fahrende Auto?“ ist eines der bekanntesten. In der KI stecken aber auch jede Menge Chancen. Eine davon lotet Bramwel Omondi aus Kenia aus, der am Campus of Technology der TH Nürnberg zum Einsatz von KI für die Gestaltung von nachhaltigen Lieferketten forscht. Er ist ebenso bei der Welt-Uni am 13. und 14. März 2020 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg vertreten wie die Religionspädagogin Birte Platow, die Fußball spielenden Roboter von robotics Erlangen und einige mehr.

Der Digitalisierungsprozess schreitet nicht nur im Norden, sondern auch im globalen Süden rasant voran. Welche Herausforderungen stellen sich angesichts der wachsenden Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI)? – Welche Risiken, aber auch Möglichkeiten eröffnen sich gerade in Afrika, das das Festnetz-Zeitalter in einigen Regionen übersprungen hat? – Was kann die KI leisten zur Angleichung der Lebensbedingungen und für das Recht auf ein gutes Leben aller Menschen auf dieser Erde? – Welche Fragestellungen ergeben sich angesichts der durch die KI induzierten Neuerungen in der Landwirtschaft/Ernährungssicherung, Plattformökonomie und einer veränderten Arbeitswelt? – Welche Verantwortung tragen Zivilgesellschaften, Religionen und Regierungen? – Diese Fragen werden mit verschiedenen Expert/innen in Vorträgen und Workshops bei der Welt-Uni am 13. und 14. März 2020 im Caritas-Pirckheimer Haus diskutiert. Außerdem gibt es am Freitagabend eine Vorführung von KI in der Praxis: Roboter von robotics Erlangen spielen Fußball.

Während Birte Platow, Professorin für evangelische Religionspädagogik an der TU Dresden, die ethischen Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) beleuchtet, wird Bramwel Omondi aus Kenia, der am Nuermberg Campus of Technology) zu den Möglichkeiten von KI für die Gestaltung von nachhaltigen Lieferketten forscht, das Thema vor allem aus afrikanischer Perspektive angehen. Einen Workshop zum Thema „KI in der Ernährung und Landwirtschaft“ wird Lena Luig, Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft des Netzwerks Inkota, anbieten. Werner Rätz, Mitglied im Koordinierungskreis von attac Deutschland, leitet einen Workshop zum Thema „Marktwirtschaft, nur digital? Plattformökonomie und KI“.

Die Welt-Uni ist für alle offen, die sich vorher anmelden. Veranstalterin ist Mission EineWelt, das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, in Kooperation mit der Katholischen Stadtakademie Caritas-Pirckheimer-Haus, dem Studienbegleitprogramm für ausländische Studierende, STUBE Bayern, attac Nürnberg und dem Programm „Bildung trifft Entwicklung“ im Eine Welt Netzwerk Bayern.

Weitere Informationen und Anmeldung zur Tagung unter www.mission-einewelt.de/weltuni

Kontakt: Gisela Voltz, gisela.voltz@mission-einewelt.de, Tel.:0911-36672-0

Die Mission-EineWelt-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann

Die Mission-EineWelt-Direktor/innen Gabriele und Hanns Hoerschelmann

Der Europaabgeordnete Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen) hat zusammen mit weiteren Mitstreiter/innen eine Eil-Petition lanciert, die einen humanen und geordneten Umgang mit den Geflüchteten an der griechisch-türkischen Grenze einfordert. Mission EineWelt unterstützt diese Petition. „Die derzeit unter dem Einsatz von Polizeigewalt praktizierte, rigide Abschottung der EU-Außengrenzen zwischen Griechenland und der Türkei gegen Geflüchtete widerspricht zutiefst unseren christlichen Werten und Überzeugungen“, sagt Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt, dem internationalen Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. „Das Grundrecht auf Asyl muss gewahrt werden. Grenzsicherung darf nicht über Menschenrechte gehen.“

Mission EineWelt unterstützt deshalb die Forderungen, die in der Petition erhoben werden. Im Kern: Stopp der Polizeigewalt und Wahrung der Grund- und Menschenrechte, Unterstützung der griechischen Regierung bei der ordentlichen Registrierung der Schutzsuchenden, Gewährleistung des Zugangs zu fairen Asylverfahren, Zusammenführung von Geflüchteten aus den Aufnahmelagern in Griechenland mit ihren in Deutschland lebenden Verwandten und Aufnahme eines Kontingents von Geflüchteten aus den griechischen Auffanglagern in Deutschland.

Über 120 Städte und Kommunen haben sich derzeit bereiterklärt, zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen. Dennoch fürchten manche politischen Entscheidungsträger/innen, dass extrem rechte Parteien und Organisationen verstärkt Zulauf bekommen, wenn mehr Geflüchtete aufgenommen werden. Mission EineWelt bittet deshalb die Bürger/innen darum, die Petition zu unterzeichnen. „Wir wollen den politischen Entscheidungsträgerinnen und –trägern zeigen: Die große Mehrheit der Menschen in diesem Land steht dafür ein, dass Nächstenliebe und die Wahrung der Menschenrechte praktisch gelebt werden. Das ist die Erwartung an die Politik. Dass der Koalitionsausschuss jetzt entschieden hat, 1000 bis 1500 besonders schutzbedürftige Kinder und Jugendliche aufzunehmen, begrüßen wir. Aber angesichts der vielen  Menschen an der türkisch-griechischen Grenze und in den Aufnahmelagern in Griechenland, die schon viel zu lange unter menschenunwürdigen Bedingungen leben, ist das zu wenig“, betont Mission EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann

Die Petition im Internet: https://www.change.org/europasgrenze

Friederike Spörl-Springer (m.), pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk Schwabach, bei der Spendenübergabe an Reinhild Schneider (l.) und Julia Ratzmann (r.) von Mission EineWelt

Friederike Spörl-Springer (m.), pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk Schwabach, bei der Spendenübergabe an Reinhild Schneider (l.) und Julia Ratzmann (r.) von Mission EineWelt

„Frauen: Yes, we can“- so lautete das Thema des diesjährigen evangelischen Frauenmahls im Evangelischen Bildungswerk Schwabach. Zu den eingeladenen Referentinnen gehörte auch die 24-jährige Leah Kavuli aus Kenia. Die gelernte Kinderpflegerin absolviert derzeit einen Freiwilligendienst über Mission EineWelt in einer Kindertagesstätte in Hersbruck.

Kavuli wuchs mit sechs Geschwistern in einem Slum von Nairobi auf. Ihren Vater hat sie nicht kennengelernt. Nach dem Tod ihrer Mutter standen die Kinder buchstäblich auf der Straße. Dort begegnete Leah Mitarbeitenden des Pangani Lutheran Children’s Centre (PLCC).

Das PLCC wurde von Frauen der Kenya Evangelical Lutheran Church (KELC) 1994 ins Leben gerufen. Mission EineWelt unterhält seit Jahren partnerschaftliche Beziehungen zur KELC und unterstützt des PLCC personell und finanziell.

Das PLCC nimmt Mädchen auf, die in den Straßen Nairobis betteln und in Slums leben. Sie besuchen weder eine Schule noch eine sonstige Bildungseinrichtung. Sexuelle Übergriffe, Drogenmissbrauch, Prostitution und Kriminalität gehören zum Leben dieser obdachlosen Mädchen. Im PLCC erhalten die Mädchen nicht nur eine Unterkunft und Verpflegung, sondern sie können auch die Schule besuchen und anschließend eine Ausbildung absolvieren.

Beim Frauenmahl schilderte Leah Kavuli den rund 250 teilnehmenden Frauen in eindrucksvollen Bildern ihren Lebensweg. Die junge Frau berichtete über die Arbeit des PLCC und stellte Schicksale anderer Mädchen vor. Die anwesenden Frauen waren tief berührt und spendeten 1.420 Euro für die Arbeit des PLCC. Diese Spende überreichte jetzt Friederike Spörl-Springer, pädagogische Leiterin im Evangelischen Bildungswerk und Mit-Organisatorin des Frauenmahls, an Reinhild Schneider, Leiterin des Mission EineWelt-Referats Partnerschaft und Gemeinde, und Julia Ratzmann, Leiterin der Pazifik-Infostelle bei Mission EineWelt. Mit dem Spendengeld soll die Arbeit des PLCC weiter unterstützt werden.

Julia Ratzmann

Beim 20. Bayerischen Museumstag in Neumarkt wurde unter anderem der Förderpreis „Vermittlung im Museum“ vergeben. Eine von drei Preisträger/innen ist die Dauerausstellung „einBlick“ von Mission EineWelt, die zusammen mit dem Bereich E-Learning ein spielerisches Vermittlungskonzept entwickelt hat. Am 4. März 2020 fand in den Räumen der Ausstellung die offizielle Preisübergabe statt.

„Gehen wir heute ins Museum?“ – Geht es nach Ingo Krüger, ist die Reaktion von Jugendlichen auf selbigen Vorschlag ein Gradmesser für das Vermittlungskonzept dieser außerschulischen Bildungsstätten. Für den geschäftsführenden Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung ist das Ziel klar. „Lernen und Verstehen muss Spaß machen.“ Denn: „Spielend lernen wir am besten.“

Diese Maxime, so Krüger in seiner Laudatio, habe das Team von Mission EineWelt „in ganz besonders schöner Weise“ umgesetzt. Prämiert wurde ein Konzept, das anhand einer interaktiven Geschichte Wissen über die Zerstörung brasilianischer Regenwälder für den industriellen Sojaanbau vermitteln soll. Die Teilnehmenden sollen aber nicht nur lernen, was in Brasilien passiert. Es geht auch um den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und industrieller Landwirtschaft in Lateinamerika und der Art, wie in Deutschland beispielsweise Massentierhaltung betrieben wird. Für diese Industrie ist Soja ein wichtiges Futtermittel. Deutschland zählt nicht ohne Grund zu den Hauptimportländern von brasilianischem Soja.

Entwickelt haben das Konzept Sara Neidhardt, pädagogische Mitarbeiterin in der Dauerausstellung „einBlick“, und Christian Pfliegel, Experte für E-Learning bei Mission EineWelt. Unterstützt wurden sie dabei von den Leiterinnen der Ausstellung, Elfriede Hauenstein und Beatrix Mettler-Frercks. Inzwischen arbeiten Neidhart und Pfliegel mit Hilfe des Preisgeldes von 5000 Euro an der Umsetzung und Implementierung des Konzepts, das auf dem Prinzip des spielerischen Lernens basiert. Dafür werden Raspberry-Computer, Tablets und QR-Codes ebenso genutzt wie Papier und Bleistift. Wichtig ist, wie Christian Pfliegel betont, „dass die Teilnehmenden nicht nur ins Tablet schauen, sondern sich auch untereinander austauschen und ins Gespräch kommen“. Nach einer Testphase im Juni und Juli mit Jugendlichen, soll das Angebot ab September 2020 fester Bestandteil der Ausstellung „einBlick“ werden.

Das Konzept von Pfliegel und Neidhardt zeige, „wie man innovativ Inhalte vermitteln kann“, zeigte sich Mission EineWelt-Direktorin Gabriele Hoerschelmann begeistert. „Wir sind ungemein stolz.“

Von 22. bis 28. März 2020 startet Mission EineWelt die Mitmach-Aktion „Eine Woche ohne Plastik“ (#OhnePlastikMEW). Dabei geht es um einen Versuch: Wie gut ist es zu schaffen, eine Woche lang möglichst ohne Plastik auszukommen und überhaupt nachhaltiger zu leben? – Mitmachen können alle, die das ausprobieren wollen – als Einzelpersonen oder als Gruppe. Ziel der Aktion ist es, dass möglichst viele Menschen über ihre Erfahrungen beim Plastikverzicht berichten.

Zur Anregung wird ab 23. März für jeden Tag der Woche ohne Plastik ein Video veröffentlicht, das Möglichkeiten aufzeigt, wo und wie es funktionieren kann, ohne das allgegenwärtige Plastik auszukommen. Damit die Zeit bis zum Start der Aktion nicht zu lang wird, gibt es auf dem Youtube-Kanal von Mission EineWelt schon einmal den Jingle:

https://www.youtube.com/user/MissionEineWelt

Weitere Infos zur Aktion: https://keine-ware.de/eine-woche-ohne-plastik/

#OhnePlastikMEW

„Eine Woche ohne Plastik“ ist Teil der Kampagne „Die Schöpfung – Not for Sale“

Die Westzentraldiözese (WCD) in der Region um die Stadt Tabora ist die jüngste Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT). Sie wurde 2017 gegründet. In der Region leben rund 2,6 Millionen Menschen. Viele sind Muslime oder Anhänger/innen der traditionellen Religionen. Die lutherischen Christ/innen sind noch in der Minderheit. Derzeit hat die WCD etwa 9000 Mitglieder. Allerdings ist das Wachstum bisher sehr dynamisch verlaufen. Seit der Gründung hat sich die Mitgliederzahl verdoppelt. Auch viele staatliche Beamte und Angestellte sind Mitglieder der ELCT. Die WCD gliedert sich in vier Dekanate mit 13 Gemeinden und 47 Gemeindesprengeln. Aktuell arbeiten zwei Pfarrerinnen und 18 Pfarrer sowie etwa 47 Evangelisten für die Diözese.

Die Erfolgsfaktoren für das schnelle Wachstum liegen zum einen in der regen klassischen Missionsarbeit. Zentral für den Zuspruch, den die lutherische Kirche in der Tabora-Region erfährt, sind nach Einschätzung von Claus Heim, Tansaniareferent von Mission EineWelt, vor allem auch die diakonischen Aktivitäten der Diözese: WCD-Bischof Issac Kissiri Laiser engagiere sich stark für interreligiösen Dialog und friedliche Konfliktlösung. „Nicht umsonst wird er auch ‚Bischof Msanja‘ genannt, was auf Deutsch in etwa bedeutet ‚der die Menschen zusammenführt‘“, erklärt Heim. Für ledige junge Mütter wurde eine Nähwerkstatt eingerichtet. Das ist für diese Gruppe junger Frauen, denen in Tansania derzeit der Schulbesuch verwehrt wird, oft die einzige Chance, eine eigene berufliche Perspektive zu entwickeln. In der Planung befindet sich derzeit ein Schulungsprojekt zum Thema Menschenrechte. Dabei geht es vor allem um kritisches Bewusstsein in Sachen Kinderarbeit. In der Tabora-Region müssen immer noch viele Kinder im Tabakanbau arbeiten. Weiterhin wird gerade ein Kindergarten gebaut, aus dem mittelfristig zusätzlich eine Schule entstehen soll.

Derzeit leben die meisten Mitglieder der lutherischen Kirche in den Städten der Region. Damit sich das ändert, soll nun verstärkt auch in den Dörfern für den christlichen Glauben geworben werden. Dafür wünscht sich die WCD von der bayerischen Partnerkirche Unterstützung bei der Anschaffung eines geeigneten Fahrzeugs.

 

Das hebräische Wort „Capernaum“ bedeutet in etwa so viel wie „Chaos“. Kann es Hoffnung im Chaos geben? – Der nach ärztlicher Schätzung zwölfjährige Zain hat schon mehr als genug Elend für ein ganzes Leben hinter sich, als er im Gefängnis landet. Von einem besseren Leben kann er nur träumen. Er wächst in Beirut zusammen mit seinen Geschwistern bei Eltern auf, die sich kaum für ihre Kinder interessieren. Die Erziehungsmethoden sind brachial. Der Kleinste wird schonmal an die Kette gelegt, wenn er stört. Als die Eltern dann noch Zains kleine Schwester mit dem Vermieter verheiraten, haut Zain ab. Eine Odyssee durch die Slums von Beirut beginnt. Am Ende trifft Zain eine Entscheidung von brutaler Konsequenz.

„Capernaum – Stadt der Hoffnung“ wurde im Jahr 2018 mit Laiendarsteller/innen in Beirut gedreht. Mit dokumentarischem Gestus leuchtet das von Nadine Labaki inszenierte Drama schonungslos den von Ungerechtigkeit und Ausbeutung geprägten Alltag in den Armenvierteln Beiruts aus.

Das Mittwochskino von Mission EineWelt zeigt „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ am 26. Februar 2020 um 19.30 Uhr im Otto-Kuhr-Saal (Hauptstraße 2 in Neuendettelsau). Der Eintritt ist frei.

 

Foto: Alamode (Central)