Landtagswahl 2023

JETZT: Bäuerliche Landwirtschaft statt Agrarindustrie!

Kleinbäuerliche Betriebe produzieren weltweit den größten Teil der Lebensmittel. Aber sie haben dazu nur 60 Prozent der Ackerflächen zur Verfügung. Und nicht unbedingt immer die besten. Meist produzieren sie ohne oder nur mit geringem Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln und Kunstdüngern. Sie stehen für Nachhaltigkeit, Tierwohl und regionale Kreisläufe ohne lange Transportwege. Aber in Sachen finanzieller und struktureller Förderung sind sie häufig benachteiligt.
Landwirtschaftliche Produktion soll nachhaltig, dem Tierwohl dienlich, ressourcenschonend und möglichst ökologisch betrieben werden. Bayern soll – und will! – hier engagierter als gutes Beispiel in Deutschland vorangehen.

Das bedeutet: Konsequente Stärkung des ökologischen Landbaus!

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten verweist auf seinen bundesweiten Spitzenplatz im Hinblick auf die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Bayern. Bis 2030 soll der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche in Bayern von 13% im Jahr 2020 auf 30% steigen.

Dieses Ziel ist zu begrüßen, kann aber nur durch konsequente Umsetzung der geplanten Maßnahmen erreicht werden. Dafür ist eine engmaschige Berichterstattung über den Erfolg der Förderinstrumente unabdingbar.

Weitere Informationen Landesprogramm BioRegio
https://www.stmelf.bayern.de/landwirtschaft/oekolandbau/index.html

Das bedeutet: Regionale und saisonale Bio-Lebensmittel in staatlichen Einrichtungen!

Der Freistaat muss mit gutem Beispiel vorangehen und die Nachfrage nach regionalen und bio-saisonalen Produkten steigern. Beim Einkauf von Lebensmitteln für staatliche Einrichtungen sollen regionale und bio-saisonale Produkte Vorrang haben. Praktisch umgesetzt werden könnte das zum Beispiel mit einem entsprechenden Passus in der Ausschreibung für Kantinenbetreiber. Zahlreiche Kommunen in Deutschland zeigen, dass das funktionieren kann.

Weitere Informationen
Forderungen 1 und 2 des Eine Welt Netzwerks Bayern zur Vorbildfunktion der öffentlichen Hand:
https://www.eineweltnetzwerkbayern.de/fileadmin/assets/Eine_Welt_Netzwerk_Bayern/2023_Landtagswahl/EWNB_-_L-Wahl_2023_-_5_Forderungen.pdf

„Wir transformieren Bayern“ zur Agrar- und Landnutzungswende:
https://www.wirtransformierenbayern.de/forderungen

Das bedeutet: Wertschätzung der Gemeinwohlleistung der Bayerischen bäuerlichen Betriebe!

Bäuerliche Betriebe in Bayern stehen seit vielen Jahren von unterschiedlichen Seiten unter massivem Druck. Die Betriebsgrößen liegen unter dem Bundesdurchschnitt, was zu Wachstumsdruck bzw. zur Hofaufgabe führt. Gleichzeitig verunsichern Forderungen für mehr Klimaschutz, Gewässerschutz und Tierwohl die Familienbetriebe, die durch kreditfinanzierte Investitionen oft langfristig gebunden sind.
In vielen bäuerlichen Betrieben werden bereits heute erhebliche Leistungen für Natur und Gesellschaft erbracht, die wenig wahrgenommen werden.
Wir brauchen eine höhere Wertschätzung und auch eine bessere finanzielle Honorierung der Gemeinwohlleistung der Bayerischen bäuerlichen Betriebe.

Das bedeutet: Der Flächenverbrauch in Bayern ist zu hoch und muss auf maximal fünf Hektar pro Tag reduziert werden!

Der Koalitionsvertrag (2018) und das Bayerische Landesplanungsgesetz (2021) sehen vor: Bayern bekennt sich zum Ziel der Bundesregierung bis 2030 den Flächenverbrauch auf bundesweit unter 30 ha pro Tag zu reduzieren. Gegenwärtig werden in Bayern über 10 ha neue Flächen für Siedlung und Verkehr täglich beansprucht. Im Landesplanungsgesetz wird landesweit eine Richtgröße von 5 ha täglich bis 2030 angestrebt.
Dieser Wert kann nur als Zwischenziel verstanden werden, längerfristig muss der Flächenverbrauch weiter zurückgefahren werden. Die Umsetzung dieses Gesetzes muss regelmäßig überprüft und die Maßnahmen ggf. nachgeschärft werden.

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