Undramatisch, ambivalent, witzig und immer mittendrin im Leben. Diese Eigenschaften sind den Bildern des diesjährigen Fotowettbewerbs für Freiwillige von Mission EineWelt zu eigen. Die TeilnehmerInnen aus dem IEF (Internationale Evangelische Freiwilligendienste)-Programm hatten 18 Bilder eingereicht. Die fünfköpfige Jury kürte drei Siegerfotos.

Der mit 300 Euro dotierte 1. Preis des Wettbewerbs geht an Vincent Gewert. Sein Foto zeigt eine Gruppe Menschen auf den Fidschi-Inseln, die angesichts eines aufziehenden tropischen Sturmes möglichst schnell mit dem Bus nach Hause fahren wollen. Wegen der fehlenden Fenster verspricht das Fahrzeug nur bedingt Schutz vor Regen.

Die Jury ist begeistert von der Reichhaltigkeit der Interpretationen, zu denen das Bild einlädt. Der Fotograph nimmt die BetrachterInnen mit in die Lebensrealität der wartenden Menschen und zeigt, quasi symptomatisch, eine Situation zwischen Fragilität und Bedrohung. Das Bild erzählt weder dramatisierend noch romantisierend vom Leben im und mit dem Klimawandel, während es sich farblich interessanter Kontraste zwischen grellen Leitpfählen und Tropensturmgrau bedient.

 

Auf Platz 2, honoriert mit 200 Euro, wurde ein Foto von Daniel Fischer gewählt. Er fotografierte Frauen aus Lataro, Papua-Neuguinea, auf dem beschwerlichen Rückweg in ihr Dorf, der momentan zusätzlich durch eine Straßenbaustelle erschwert wird. Die Baustelle ist jedoch zugleich auch Hoffnung auf eine bequemere Zukunft – wenn die Straße einst fertig sein wird.

Die Jury lobt die Ambivalenz, die der Fotograf mit dem Bild einfängt. Es bleibt die Frage, ob und für wen das Leben durch die Straße leichter wird.

 

Über Platz 3 und 100 Euro darf sich Katharina Enser freuen: Sie fotografierte den Evangelisten Godbless Shao, der eine Schaukel aus alten Fahrradketten und einem Stück Holz, befestigt an zwei toten Palmen, entdeckte. Shao arbeitet bei HuYaMwi, einem Waisenkinderprojekt in Mwika, Tansania.

Die Jury hebt die gelungene Bildkomposition mit der Tiefe der Landschaft hinter dem Bildfokus hervor. Der Mensch auf der Schaukel wirkt frei und behütet zugleich. Das Bild strahlt auf unterschiedlichste Weisen: Himmel und Mensch lachen freudestrahlend, während die BetrachterInnen, überrascht ob der Kreativität, eine Schaukel ‚in the middle of nowhere‘ zu bauen, auf ein Bild voller Lebensfreude und Humor schauen.

 

Zur Jury des Fotowettbewerbs gehörten in diesem Jahr Johanna Haberer (Professorin für Christliche Publizistik an der FAU Erlangen-Nürnberg), Hanns Hoerschelmann (Direktor von Mission EineWelt), Jürgen Bergmann (Leiter des Fachreferats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt), Daniela Denk (Grafik-Designerin bei Mission EineWelt) und Thomas Nagel (Leiter Presse/Medien bei Mission EineWelt).