In Myanmar hat das Militär am 1. Februar die demokratisch gewählte Regierungschefin Aung San Suu Kyi, den Präsidenten Win Myint und weitere Spitzenpolitiker*innen der Regierungspartei festgenommen und die Macht an sich gerissen. Zusammen mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) protestieren viele Kirchen weltweit gegen diesen Putsch und rufen zu Gebeten für die Bevölkerung und die LWB-Mitgliedskirchen aus Myanmar auf. Mission EineWelt (MEW), das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, schließt sich dem Protest und dem Gebetsaufruf an.

„Wir sind besorgt, wie das Militär in Myanmar gegen die im November 2020 demokratisch gewählte Regierung vorgeht“, sagt Thomas Paulsteiner, Leiter des Referats Papua-Neuguinea/Pazifik/Ostasien bei Mission EineWelt. „Das ist ein Rückschlag für den noch jungen Demokratisierungsprozess in diesem Land, der sich auch auf die Religionsfreiheit positiv ausgewirkt hatte.“ Die Politik müsse „sich intensiv dafür einsetzen, die demokratische Entwicklung Myanmars weiter zu unterstützen“, fordert Paulsteiner.

MEW ist seit über 20 Jahren durch die Mitgliedschaft und Mitarbeit im Mekong Mission Forum (MMF) eng mit den Kirchen in Myanmar und der gesamten Mekong-Region verbunden. Es unterstützt den Aufruf von Leon Chau, dem Vorsitzenden des Forums, in der Fürbitte für eine friedliche Lösung der Situation in Myanmar einzutreten. Chau schrieb: „I write to ask you to join our prayers for the situation in Myanmar.“

Der Demokratisierungsprozess in Myanmar hat vor 10 Jahren nach dem Ende der Militärdiktatur begonnen. Im November wurden erst zum zweiten Mal seither demokratische Wahlen abgehalten.