Das Weltgeschehen wird diktiert von ökonomischen Erfordernissen. Dahinter steckt das neoliberale Dogma, wonach der freie Markt schon alles richten werde, da ja alle unter gleichen und damit fairen Bedingungen agieren würden. Wir wissen längst, dass diese These falsch ist, ein Blick in die Zeitung genügt. Aber warum ändern dann weder wir persönlich noch die politisch Verantwortlichen etwas an dieser Maschinerie, die Ungerechtigkeit am Fließband produziert? – Welche Möglichkeiten, welche Handlungsalternativen gibt es? – Um diese Fragestellungen geht es bei der diesjährigen Welt-Uni von 13. bis 14. April 2018 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg. Der Titel der Veranstaltung lautet: Freier Welthandel oder für die Welt fairhandeln? – Hintergründe und Alternativen zur Freihandelspolitik.

Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Armut und Elend sind die Folgen der globalen Ökonomie, wie sie seit Beginn des 20. Jahrhunderts praktiziert wird. Was, wie es der amerikanische Neoliberalismus-Kritiker Noam Chomsky sinngemäß formulierte, als gute Idee für alle verkauft wird, ist eine sehr gute Idee für sehr wenige. Rohstoffförderung ohne Rücksicht auf Verluste, Abholzung des Regenwaldes, Landraub zu Gunsten der Agrarindustrie und Müllentsorgung im globalen Süden sind beredte Beispiele. Die Verteilung, beziehungsweise besser, die Konzentration von Reichtum ist als Exempel nicht minder signifikant. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weltweit – auch in den reichen „Industrieländern“ – immer weiter auseinander. Multinationale Konzerne erwirtschaften riesige Profite, lokale Machteliten bereichern sich. Die Bevölkerungen kämpfen teilweise ums nackte Überleben.

Ein Wunder ist das nicht: Der Freihandel folgt nicht nur rein gewinnorientierten Zielen, sondern er ist auch – anders als viele seiner Fürsprecher behaupten – alles andere als fair. Die reichen Länder des globalen Nordens versuchen, Handelsabkommen zu ihrem Vorteil zu gestalten. Und sie haben meist die Macht, diese unfairen Bedingungen gegenüber ärmeren Ländern durchzusetzen. Zudem wird die Zivilgesellschaft oft nicht einmal an Verhandlungen über solche Abkommen beteiligt. So war es beispielsweise bei den Verhandlungen zu den die Economic Partnership Agreements (EPAs) zwischen der EU und südlichen Ländern. Weltweit sind derzeit mehr als 350 Handelsabkommen in Kraft, die über die Vereinbarungen der Welthandelsorganisation WTO hinausgehen.

Die Fragen liegen auf der Hand: Wie kam es zu diesen Abkommen? Haben sie die Situation der Menschen verbessert? Welche Rolle spielt die WTO? Haben Ansätze wie das „Alternative Handelsmandat“, „UN-Treaty on business and human rights“ realistische Chancen, sich durchzusetzen? Was können wir als Einzelne für eine faire Handelspolitik tun?

Diesen Themen ist die Welt-Uni 2018 mit Workshops und Vorträgen gewidmet. ReferentInnen sind unter anderem der Berliner Journalist Thomas Fritz und Roland Süß von attac Berlin. Das Programm beginnt am 13. April um 19 Uhr. Am folgenden Tag geht es ab 8.45 Uhr weiter. Der Eintritt ist frei.

VeranstalterInnen der Welt-Uni sind:

STUBE Bayern, Mission EineWelt, attac Nürnberg, OIKOCREDIT, ESG Nürnberg, Katholische Arbeitnehmerbewegung

Weitere Informationen zum Programm:

https://mission-einewelt.de/events/weltuni-freier-welthandel-und-fuer-die-welt-fairhandeln/