Sie ist inzwischen längst zu einer Nürnberger Institution geworden. Die Lateinamerikawoche findet vom 21. bis zum 28. Januar 2018 in der Nürnberger Villa Leon statt. Auch in der 41. Auflage haben es sich die VeranstalterInnen zur Aufgabe gemacht, aktuelle Diskussionen und Trends aus den spanisch- und portugiesisch-sprachigen Ländern Amerikas aufzugreifen und einem hiesigen Publikum zugänglich zu machen.

Im Fokus stehen wieder Vorträge und Diskussionen zu aktuellen Fragen in Lateinamerika und zu globalen Themen. Der Auftakt ist wie immer musikalisch: La Mojarra Calavera aus Köln spielen anspruchsvolle karibische Musik, die zum Tanzen verführt.

Im ökumenischen Gottesdienst „im lateinamerikanischen Stil“ am Sonntag, 21. Januar 2018, um 18 Uhr geht es um „Versprech(ung)en“. Erörtert werden christliche Positionen zum Umgang mit Populismus, Werbung und Konsum vor dem Hintergrund der biblischen Versprechen von Frieden und Gerechtigkeit.

Von Montag bis Freitag stehen Vorträge und Diskussionen über Populismus in Südamerika – ein Thema, das nicht nur in Europa gerade hohe Wellen schlägt –, über die Situation Mexikos und über den angedrohten Mauerbau der USA, über neue wirtschaftliche Beziehungen zwischen Lateinamerika und China sowie über die Situation der lateinamerikanischen Linken auf dem Programm.

Während der kompletten Lateinamerikawoche läuft die Ausstellung „Die große Gier: Auf der Suche nach einem gerechten Umgang mit Rohstoffen“, die die sozialen und ökologischen Folgen eines ungebremsten Rohstoffkonsums und notwendige Handlungsalternativen thematisiert. Begleitend zur Ausstellung werden vom 17. Januar bis zum 25. Februar 2018 Workshops für Gruppen und Schulklassen angeboten (Weitere Informationen dazu bei Gisela Voltz, Tel. 0911 36672-0, ).

Der Abschluss ist wieder musikalisch. Am 27. Januar um 20 Uhr spielt das Musicalle Cholo Orchester auf. Anschließend geht der Tanz bei der legendären AfterLaWoParty weiter. Die Fiesta Latina für die ganze Familie lässt am 28. Januar die 41. Lateinamerikawoche spielerisch-beschwingt ausklingen.

 

Weitere Informationen zum Programm: www.lateinamerikawoche.de

 

Die TrägerInnen der Lateinamerikawoche: Amnesty International Nürnberg, Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg, ARAUCO, Evangelische Studierendengemeinde (esg), Petra Kelly Stiftung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Filmhaus im KunstKulturQuartier, Guatemalagruppe Nürnberg e.V., Mission EineWelt, Nürnberger Menschenrechtszentrum, Stadtbibliothek Nürnberg, Städtepartnerschaftsverein Nürnberg – San Carlos/Nicaragua.

 

Laut Professor Harald Bolsinger von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt kommen ethische Richtlinien in den Zulassungskriterien der Europäischen Zentralbank (EZB) für Wertpapiere und notenbankfähige Sicherheiten für geldpolitische Geschäfte nicht vor. Die Folge: Viele Wertpapiere im EZB-Verzeichnis marktfähiger Sicherheiten repräsentieren Geschäftsgebaren, das gegen die EU Grundrechtscharta verstößt. Unter anderem geht es um Kinderarbeit, Korruption, Steuervermeidung, Umweltverschmutzung oder Zwangsarbeit.

In einer Petition ans EU-Parlament fordert Bolsinger: „Der Handel und Besitz von mit Verstößen gegen die Charta der Grundrechte der Europäischen Union in Verbindung zu bringenden Wertpapieren ist von der EZB und ihren Erfüllungsgehilfen […] zu unterlassen.“

Wer möchte, dass die EZB die Einhaltung der EU Grundrechtscharta zum Maßstab ihrer Bewertung von Wertpapieren macht, kann Bolsingers Petition hier unterstützen:

https://petiport.secure.europarl.europa.eu/petitions/en/home

Einfach registrieren oder einloggen und die Petition mit der Nummer suchen.

Weitere Infos zur Petition und zu ihrem Hintergrund gibt es hier:

http://www.wirtschaftsethik.biz/publikationen/verpflichtung-der-europaeischen-zentralbank-auf-eu-grundrechtscharta-19092017/

Umweltschutz auf die lange Bank? – Sollte hierzulande die nächste GroKo zustande kommen ist in Sachen Klimaschutz wenig Mutiges und Zukunftsorientiertes zu erwarten. Das legen zumindest die entsprechenden Ergebnisse der Sondierungsgespräche nahe. Vielleicht sollten sich auch PolitikerInnen, die Umwelt- und Klimaschutz als nachrangig bewerten und behandeln, den Vortrag von Jione Havea am 18. Januar 2018 um 19 Uhr im Haus eckstein, Burgstraße 1-3, Nürnberg, Raum 4.02, anhören.

Der Theologe aus Tonga, der am United Theological College in Sydney, Australien, lehrt, berichtet über die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels in der Pazifik-Region. Insbesondere die dortigen Inselstaaten leiden massiv unter den Auswirkungen des Klimawandels. Er gibt Einblick in die Perspektive der pazifischen InselbewohnerInnen und ihr traditionelles Wissen. Vor diesem Hintergrund eruiert er moralische und theologische Thesen, die einen anderen Umgang mit der Schöpfung propagieren.

Begleitend zum Vortrag wird eine Ausstellung zur Ressourcenausbeutung im Pazifik deren verheerende Auswirkungen auf Mensch und Natur vor Augen führen.

Für alle Kurzentschlossenen, die im August 2018 zwischen 18 und 28 Jahren alt sein werden, hat Mission EineWelt noch Plätze im Internationalen Evangelischen Freiwilligendienst (IEF) zu vergeben. Die Bewerbungsfrist endet am 5. Februar 2018. Das Auswahlseminar findet voraussichtlich vom 23. bis 25. Februar 2018 in Neuendettelsau statt.

Das IEF-Programm ist ein Lerndienst, der engagierten jungen Menschen zwischen 18 und 28 mit Interesse an Ökumene und globalen Zusammenhängen offensteht. Im IEF-Programm Nord-Süd entsendet Mission EineWelt jedes Jahr etwa 40 Freiwillige in einen einjährigen Dienst in ein soziales Projekt unserer PartnerInnen im globalen Süden. Die IEF-Freiwilligen erhalten die Chance, Kirche und Glauben in einem neuen Kontext zu erfahren und ihre interkulturelle Kompetenz zu stärken.

Eckdaten:

  • Der Einsatz beginnt Ende Juli 2018 und dauert 12 Monate. Die Freiwilligen müssen bei der Ausreise volljährig sein.
  • Mission EineWelt übernimmt die Kosten der begleitenden Seminare, für Versicherungen, den Flug, die Unterkunft und Verpflegung im Einsatz und zahlt ein monatliches Taschengeld.
  • Freiwillige nehmen an den begleitenden Seminaren zu Vor- und Nachbereitung teil.
  • Weitere Informationen zum Programm (auch Seminartermine) unter https://mission-einewelt.de/service-und-angebot/austausch/nord-sued-freiwilligendienst/#toggle-id-10

Noch offene Stellen:

  • Papua-Neuguinea (nur Bewerber):
    • Karkar: Mitarbeit im Workshop des Krankenhauses (hausmeisterliche Tätigkeiten)
    • Finschhafen: Mitarbeit in Verwaltung und Logistik des Krankenhauses (Apotheke) sowie allgemeine (hausmeisterliche) Hilfsdienste
  • Philippinen: Mitarbeit in Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenbüro sowie Unterstützung in einem Waisenhaus (Kinderbetreuung)
  • Brasilien: Mitarbeit im Comunitário da Reconciliação in Sao Paulo (Arbeit mit Kindern und Jugendlichen)
  • Costa Rica: Mitarbeit in der Tagesstätte Casa Abierta für Kleinkinder
  • Nicaragua: Unterstützung der Arbeit der IELNIC mit Kindern und Jugendlichen
  • Chile: Mitarbeit im Centro de Educación Belén Villa O’Higgins (integrative Schule)
  • Argentinien:
    • Junta Unida de Misiones (Projekt für die Rechte Indigener): Mitarbeit im Büro und Verwaltung, ggfs. bei Seminaren und Workshops
    • Gualegaychu: Mitarbeit im Kindergarten und einem Zentrum für Jugendliche
  • Bolivien: Mitarbeit im Zentrum La Galilea in Cobija (Arbeit mit Kindern)

 

Fragen beantworten gerne die Mitarbeitenden der IEF-Stelle, Blanche Cathérine Zins und Susanne Ballak, unter und unter Telefon 09874 9-1802.

Bewerbungsverfahren:

Online-Bewerbungsformular sowie Angaben zu weiteren notwendigen Unterlagen: https://mission-einewelt.de/service-und-angebot/austausch/nord-sued-freiwilligendienst/bewerbung/

 

Das IEF-Programm der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Begleitung und Durchführung inklusive Bewerbungsverfahren, Vor- und Nachbereitung wird von Mission EineWelt in Zusammenarbeit mit deren internationalen PartnerInnen organisiert.

Weitere Informationen: https://mission-einewelt.de/service-und-angebot/austausch/nord-sued-freiwilligendienst/

Sie sitzen bereits im Flugzeug. Das Pfarrersehepaar Agnes und Heiko Grünwedel macht sich zusammen mit seinen beiden Kindern auf den Weg von Donauwörth nach Brasilien. In den kommenden drei Jahren werden die beiden als AustauschpfarrerInnen in der der Igreja de Cristo in Curitiba arbeiten. Ein wenig Lateinamerika-Erfahrung haben beide schon. Agnes Müller-Grünwedel hat ein Jahr in Costa Rica studiert, Heiko Grünwedel war als Student für ein Jahr in El Salvador.

Beide wollen in Brasilien unter anderem wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse darüber sammeln, wie die IECLB (Igreja Evangélica de Confissão Luterana no Brasil) den „Herausforderungen in einer pluralen und multireligiösen Gesellschaft wie Brasilien“ begegnet: „Wir sind überzeugt, dass wir aus Brasilien Ideen mitbringen können für Herausforderungen vor denen die ELKB in Zukunft stehen wird.“

Konsum und dann nichts. Die indische Theologin Monica Melanchthon, die derzeit im Rahmen einer Gastdozentur an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau lehrt, kritisiert in ihrem Vortrag „Salvation not for sale“ massiv die Konsumgläubigkeit der heutigen Gesellschaft, die auch vor zweifelhaftesten Heilsversprechen nicht Halt macht. Die Veranstaltung findet am 11. Januar 2018 um 19 Uhr im Haus eckstein, Burgstraße 1-3, Nürnberg, Raum 4.02, statt.

„Der Götzendienst für den Mammon hält die Welt im Griff, und das ist nur ein Teil einer noch viel größeren Blasphemie, mit der unsere Gesellschaft praktisch alle ihre Grundsätze auf dem Altar des Konsumdenkens opfert“, lautet eine der Kernthesen von Monica Melanchthon. Weil die „Philosophie des Marktes einen quasi-religiösen Charakter“ habe, seien alle ethischen und sozialen Maßstäbe „den rigorosen Regeln des Marktwettbewerbs unterworfen“.

Dabei unterzieht die 55-Jährige auch religiösen Fanatismus einer deutlichen Kritik. Sie vertritt die These, dass „die Gewalt und das Blutvergießen in dieser Welt häufig seine Ursache in dem fanatischen Glauben jeder Religion hat, dass nur sie allein fähig ist, die Erlösung der Menschheit zu bewerkstelligen“.

Im Zentrum von Monica Melanchthons Forschungstätigkeit steht die Perspektive von Menschen am Rande der Gesellschaft, wie zum Beispiel der Dallits in ihrem Herkunftsland Indien. Neben Fragen von Gender und der Unterdrückung von Frauen spielen in ihrer Arbeit auch die kritische Betrachtung marktorientierter Gesellschaftssysteme und der daraus folgenden Tendenz, „das Christentum mit denselben Methoden zu verkaufen, die schon beim Verkauf von Waschmitteln und Deodorants erfolgreich waren.“ eine wichtige Rolle. Zentral ist für die 55-jährige Theologin die Frage, welche befreiende Kraft die Bibel angesichts aktueller Problemlagen in sich trägt.

 

Monica Melanchthon wurde am 20. April 1962 geboren. Sie hat am United Theological College, Bangalore, und an der Lutheran School of Theology at Chicago Theologie studiert und lehrt als Professorin an der Divinity University in Melbourne, Australien.

Seit Anfang des Wintersemesters ist Monica Melanchthon Vicedom-Gastdozentin an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau. Die Vicedom-Gastdozentur ist nach dem Missionar Georg Friedrich Vicedom benannt. Vicedom war von 1929 bis 1939 als Missionar in Neuguinea. Später leitete er das Neuguinea-Referat in der Neuendettelsauer Mission. Von 1946 bis 1956 war er Inspektor des Missionshauses. Ab 1956 hatte er den missionswissenschaftlichen Lehrstuhl an der Augustana-Hochschule inne, bis er 1972 emeritiert wurde. 1964 wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.