,

Mein Handy: fair und nachhaltig? – Ein Gottesdienst

Im Sonntagabendgottesdienst am 8. Oktober 2017 in Schwabach-Unterreichenbach war das Handy Thema, genauer: die Rohstoffe, aus denen es gemacht wird, und die HandyAktion Bayern. Zur Einstimmung führte Gemeindepfarrer Werner Konnerth den GottesdienstbesucherInnen vor Augen, wie intensiv wir uns alltäglich mit diesem Gerät beschäftigen: Im Schnitt rund 76 Mal am Tag werde ein Handy täglich entsperrt, bemühte er die Statistik. Das Umweltteam der Gemeinde machte dann in einem szenischen Anspiel auf die sozialen und ökologischen Folgen unseres Handykonsums aufmerksam.

In ihrer Predigt zu 1.Kor 12 fragte Pfarrerin Gisela Voltz von Mission EineWelt: „Was ist es mir wert, dass andere Menschen ein menschenwürdiges Leben führen können?“ Sie erinnerte an die gegenseitigen Abhängigkeiten in der globalisierten Welt und an die Folgen der praktizierten globalen Ungerechtigkeit: Klimawandel, übermäßige Ressourcenausbeutung, Kriege (um den Zugang zu Ressourcen), Flucht und Vertreibung und die immer weiter sich öffnende Schere zwischen Arm und Reich. Nur durch gemeinsame Anstrengungen ließen sich diese Probleme lösen. Dazu, so Voltz, könne JedeR Einzelne durch verantwortliches Konsumverhalten, die Unternehmen durch das Einhalten sozialer und ökologischer Standards entlang der Produktionsketten sowie die Politik durch die Einführung verbindlicher und fairer Regeln zum Beispiel für den Umweltschutz oder den Welthandel beitragen.

Des Weiteren stellte Voltz die HandyAktion Bayern www.handyaktion-bayern.de vor.

Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Gospelchor Sanjola aus Nürnberg.

, ,

HandyAktion Bayern macht auf Missstände aufmerksam

Kooperation informiert zum Welttag gegen Kinderarbeit

Zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni macht Mission EineWelt auf das weltweite Problem von Kinderarbeit am Beispiel der Produktionskette von Handys und IT-Geräten aufmerksam. Das evangelische Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission in Bayern hat gemeinsam mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e. V. „Die HandyAktion Bayern“ gestartet. Wertvolle Rohstoffe in alten ungenutzten Handys sollen der Wiederverwertung zugeführt und auf die sozialen und ökologischen Folgen des ungebremsten IT-Konsums hingewiesen werden. Ziel ist es, nachhaltige Alternativen zu entwickeln.

Millionen Kinder schuften in den Zinnminen in Indonesien und schlagen Gestein für Kobalt oder Tantal/Coltan in dunklen einsturzgefährdeten Löchern in der Demokratischen Republik Kongo. Sie arbeiten im Goldabbau in Tansania oder den Andenländern Lateinamerikas. Sie verbrennen europäischen Elektroschrott auf den Müllhalden in Ghana, um Kupfer und andere Metalle zu gewinnen. Zwar ist ein Großteil der schätzungsweise 168 Mio. Kinderarbeiter/innen weltweit in der Landwirtschaft beschäftigt, die Kinderarbeit entlang der globalen Lieferketten im IT-Bereich ist jedoch ein großes Problem. Vor allem im Bergbau und auf den Elektroschrotthalden arbeiten Minderjährige unter unmenschlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen für die Gewinnung und die Wiederverwertung wichtiger Rohstoffe, und das für einen Hungerlohn. Gold, Zinn, Kobalt, Coltan, Kupfer sind Metalle, die in jedem Smartphone, in jedem IT-Gerät zu finden sind.

Von den billigen Rohstoffpreisen profitieren vor allem die multinationalen IT-Hersteller wie Apple oder Samsung. Die Lieferketten seien zu komplex, um darauf wirksam Einfluss zu nehmen, versuchen sich die meisten Konzerne aus der Verantwortung zu ziehen. „Wir brauchen dringend gesetzliche Regelungen für die unternehmerische Sorgfalt entlang der globalen Lieferketten auch und gerade im IT-Bereich“, fordert Gisela Voltz, Fachreferentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Referat Entwicklung und Politik von Mission EineWelt. „Frankreich hat seit Anfang des Jahres ein entsprechendes Gesetz, nach dem große Unternehmen Rechenschaft ablegen müssen über ihre Maßnahmen gegen Menschenrechts- und Umweltrisiken entlang der gesamten Produktionskette. Geschädigte können Unternehmen auch verklagen. So etwas steht in Deutschland und auf europäischer Ebene noch aus.“

Mit der HandyAktion Bayern will Mission EineWelt auf diese Missstände aufmerksam machen. „Mobiltelefone enthalten wertvolle Rohstoffe, deren Abbau oft mit Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Naturzerstörung verbunden ist. Umso wichtiger ist das fachgerechte Recycling ausgedienter Handys“, sagt Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik von Mission EineWelt. „So können Rohstoffe zurückgewonnen und illegaler Export von Elektroschrott vermieden werden. Die HandyAktion Bayern ruft daher zum Sammeln alter Handys auf, und will die Menschen über die Probleme und mögliche Alternativen informieren.“

Weitere Infos unter:
www.handyaktion-bayern.de oder bei Gisela Voltz (Telefon: 0911 36672-0)

 

,

Mission EineWelt auf dem Hesselberg

Das Partnerschaftscentrum präsentiert Angebote und Mitmach-Aktion beim Bayerischen Evangelischen Kirchentag.

Kaum ist der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag zu Ende gegangen, rückt auch schon der Bayerische Kirchentag auf dem Hesselberg näher. Wie jedes Jahr versammeln sich dabei mehrere tausend Besucher am Pfingstmontag auf dem mittelfränkischen Berg bei Gerolfingen. Mission EineWelt ist ebenfalls vor Ort und bietet Angebote zum Thema „Flucht und Migration“, zwei Workshops sowie die Mitmach-Aktion „mach was draus“ an.

Der Kirchentag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Vertraut den neuen Wegen“ steht, beginnt am 5. Juni 2017 mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr. Die Predigt hält der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In der Mittagszeit nach dem Gottesdienst kann man an den verschiedenen Infoständen ein breites Spektrum kirchlicher Arbeit kennenlernen. So auch die Arbeit von Mission EineWelt.

Neben Informationen zur Mitmach-Aktion „mach was draus“, die auf die Talente der Teilnehmenden baut, wird im Stand des Centrums auch das neu entwickelte Brettspiel „auf und davon“ vorgestellt. Letzteres beschäftigt sich mit dem Thema Flucht und ermöglicht einen niederschwelligen Zugang.

Die Workshops von Mission EineWelt finden am Nachmittag im Seminargebäude statt: Um 13 Uhr zur HANDYAKTION Bayern und um 13.30 Uhr zum Thema „Flucht und Migration – wie werden wir unserer Verantwortung gerecht?“.

Der Eintritt ist frei.

Herzliche Einladung. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

, ,

Schatzkiste statt Elektroschrott

Auftakt der HANDYAKTION Bayern am Freitag im Johannes-Scharrer-Gymnasium Nürnberg

Am kommenden Freitag ist das Johannes-Scharrer-Gymnasium in Nürnberg Schauplatz der Auftaktveranstaltung der HANDYAKTION Bayern. In der Aula der Schule werden die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen von 11.30 bis 12.15 Uhr über die Ziele und Angebote der gemeinsamen Aktion von evangelischem Centrum Mission EineWelt und Eine Welt Netzwerk Bayern e. V. informiert.

Die HANDYAKTION Bayern will in erster Linie Bewusstsein schaffen für die Themen Rohstoffverbrauch und -gerechtigkeit, Konfliktmineralien und nachhaltigen Konsum. Neben den Bildungsangeboten gibt es eine Sammelaktion für Althandys in Kooperation mit der Deutschen Telekom, die auch für eine sichere Datenlöschung der abgegebenen Geräte garantiert. Pro Handy werden 70 Cent an Bildungsprojekte in El Salvador, Liberia und Bayern gespendet.

Die Schülerinnen und Schüler des Nürnberger Fairtrade-Gymnasiums in der Tetzelgasse 20 werden über die Hintergründe der Handyproduktion, die sozialen und ökologischen Folgen unseres Rohstoffverbrauchs sowie alternative Handlungsmöglichkeiten mit einem kurzweiligen Quiz und einem Kurzfilm informiert. Sie erfahren, welche Rohstoff-Schatzkisten ihre alten gebrauchten Mobiltelefone sind. Alte Handys sollen deshalb nicht in der Schublade oder im Hausmüll verschwinden, sondern sie als Second-Hand-Ware weiterverwendet oder dem fachgerechten Recycling zugeführt werden. So können wichtige Rohstoffe zurückgewonnen werden und Menschen und Umwelt geschont werden.

Im Anschluss an die Informationsveranstaltung wird die Sammelbox der HANDYAKTION Bayern für gebrauchte Mobiltelefone im Schulsekretariat aufgestellt.

Unter dem Motto „Ich mach mit! Ich bin Rohstofflieferantin!“ setzt sich auch die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen, Frau Dr. Beate Merk, für die HANDYAKTION Bayern ein: „Gerne unterstütze ich die HANDYAKTION Bayern als Schirmfrau. Die Sammelaktion will unser Bewusstsein schärfen für die Situation der Menschen, aus deren Ländern die Rohstoffe für unsere Handys stammen. Ganz wichtig finde ich die Aufklärung über die sozialen und ökologischen Zusammenhänge, die durch Bildungskisten, Workshops, Filme und vieles mehr vermittelt werden. Ich wünsche der HANDYAKTION  Bayern einen guten Start und eine hohe Beteiligung! Allen, die mitmachen, sage ich danke und viel Erfolg!“

Weitere Sammelboxen in der Region Nürnberg sind im Caritas Pirckheimer-Haus (Königstr. 64, Rezeption), im Fenster zur Welt (Vordere Sterngasse 1), im Lorenzer Laden (Nonnengasse 18), in der Jugendkirche Lux (Leipziger Str. 25), im Melanchthon-Gymnasium (Sekretariat, Sulzbacher Str. 32), im Dritte-Weltladen Erlangen (Neustädter Kirchplatz), im Welthaus Fürth (Gustavstr. 31) sowie im Rathaus Roßtal (Marktplatz 1).

Wer auch als Kirchengemeinde, Kindertagesstätte, Schule, Universität, Einrichtung, Laden oder Arztpraxis eine Sammelbox aufstellen und sich an der Aktion beteiligen will, oder weitere Informationen über die HANDYAKTION Bayern haben will, wird fündig unter www.handyaktion-bayern.de.

Kontakt:
Mission EineWelt
Gisela Voltz, Caren Rehm
Telefon: 0911 36672-0
Mail: gisela.voltz@mission-einewelt.de; caren.rehm@mission-einewelt.de