250.000 Menschen gingen am Samstag 10.10.15 in Berlin für einen gerechten Welthandel und gegen die Freihandelsverträge TTIP und CETA auf die Straße , so viel wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr bei einer Demonstration in Deutschland.

Eine bunte Mischung von Menschen aus dem Bereich der Umwelt-, Verbraucherschutz-, Kultur- und Sozialverbände, Gewerkschaften, Entwicklungsorganisationen, Kirchl. Organisationen u.a. machte dem vielfältigen Protest an dem bereits ausgehandelten Handelsvertrag CETA (EU-Kanada) und dem derzeit verhandelten TTIP (USA -EU) auf kreative und vielfältige Weise Luft.

Brot für die Welt war Mitveranstalter und auch Mission EineWelt hatte zur Teilnahme an der Demo aufgerufen und war am Samstag vor Ort.

Die Straße des 17.Juni war vom Brandenburger Tor bis zur Siegessäule mit Jung und Alt, Fahnen und Plakaten gefüllt – ein überwältigendes Bild, Volksfeststimmung machte sich breit.

Redner Prof.Dr.Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND (Bund Naturschutz) machte deutlich, dass wir keine Handelsverträge brauchen, die einseitig die Rechte von Konzernen weiter stärken und ihnen noch mehr Macht und Einfluß auf unser Wirtschaften und unseren Alltag geben. Die Blaupause für einen dringend benötigten weltweiten Handelsvertrag sei bereits Ende September in New York von den Vereinten Nationen verabschiedet worden: Die SDGs- die nachhaltigen Entwicklungsziele. Die SDGs gäben die richtige Richtung für ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Wirtschaften an, nämlich das Festschreiben von Menschenrechten und Umwelt-/Klimaschutz, von sozialen und ökologischen Standards weltweit. Daran müssten sich auch Wirtschaftsunternehmen und Konzerne verbindlich halten.

Rednerin  Pinar Kaba, von der DIDF-Jugend (Föderation demokratischer Arbeitervereine e.V.) verwies auf den Zusammenhang von Handelsinteressen und Fluchtursachen, so würden Freihandelsverträge, die sogenannten Wirtschaftspartnerschaftsabkommen EPAs der EU mit zahlreichen afrikanischen Ländern die Existenzbedingungen von KleinbäuerInnen und KleinunternehmerInnen in Afrika gefährden und letztlich zur Verschlechterung der Lebensbedingungen dort beitragen. Rüstungsexporte schürten gewaltsame regionale Konflikte. Vielerorts verlassen Menschen ihre Heimat, weil sie keine Perspektiven mehr für sich in ihren Ländern finden.

An dem lautstarken und entschiedenen Protest „TTIP stoppen und CETA nicht ratifizieren“ aus allen gesellschaftlichen Bereichen kann nun auch die deutsche und europäische Politik nicht mehr so einfach vorbei. Sie muß sich endlich auf sachlicher Ebene mit der Kritik der GegnerInnen auseinandersetzen und aufhören die KritikerInnen als „reich und hysterisch“ (Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel), oder „angefacht von einer professionalisierten  Empörungsindustrie“ (MdB Joachim Pfeiffer, CDU) zu diffamieren.

Und nicht nur In Berlin wurde für einen gerechten Welthandel demonstriert: auch in Amsterdam und weiteren europäischen Hauptstädten gingen Tausende BürgerInnen gegen TTIP&CETA auf die Straße.

Gisela Voltz

Amirul Haque Amin heißt der diesjährige Träger des elften Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Der Menschenrechtler aus Bangladesch wurde für seinen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ausgezeichnet. Nürnberger Bürger und engagierte Gruppen solidarisierten sich bei der diesjährigen Friedenstafel mit dem Preisträger. Auch Mission EineWelt und die Pazifik Informationsstelle waren als Mitwirkende vertreten.

Während viele Nürnberger das milde Wetter gestern für eine Shopping-Tour nutzten, um günstige Herbstkleidung beim verkaufsoffenen Sonntag zu ergattern, fand nur ein paar Gehminuten entfernt im Nürnberger Opernhaus die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises statt. Seit 20 Jahren lenkt dieser Preis die Aufmerksamkeit auf Personen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen und sich damit häufig auch Anfeindungen und Angriffen aussetzen.

In diesem Jahr erhielt Amirul Haque Amin die Auszeichnung für sein Engagement als Mitbegründer und Präsident der „National Garment Workers Federation“ (Nationalen Gewerkschaft der Textilarbeiter, kurz: NGWF). Seit 30 Jahren setzt sich der Gewerkschaftschef aus Bangladesch für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken ein und kämpft unerschrocken gegen Hungerlöhne, Sicherheitsrisiken und die Entrechtung der 3,6 Millionen Menschen, die in der Hauptexportbranche des Landes beschäftigt sind. Unter seiner Ägide gelang es der Gewerkschaft, die Vernetzung und damit den Einfluss zum Wohl der Beschäftigten landesweit und international auszubauen.

Wie schlimm die Lage vielerorts in Bangladesch ist, rückte besonders 2013 ins öffentliche Bewusstsein. In diesem Jahr stürzte in Dhaka das Rana Plaza-Gebäude ein. Mehr als 1.000 Beschäftigte starben, über 2.000 wurden verletzt. Nach der Katastrophe gab es zwar viele Reformversprechen, doch Menschenrechtsverteidiger wie Amirul Haque Amin beklagen, dass noch immer gravierende Missstände in den Fabriken herrschen.

Mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 50 Euro im Monat liegt Bangladesch beispielsweise noch deutlich unter dem Lohnniveau von Vietnam, Kambodscha, China oder Indien. Der Preisdruck, der durch westliche Modeketten ausgelöst wird, führt bei den Beschäftigten zu ausbeuterischen Arbeits- und Lebensbedingungen. Wenn jene Modeketten zum gesetzlichen Mindestlohn jeder Näherin nur jeweils 50 Euro im Monat bezahlen würden, würde sich das einzelne Produkt wie Jeans oder Bluse gerade einmal um 11 bis 12 Cent verteuern. Verbraucher im Westen, auch die Schnäppchenjäger beim verkaufsoffenen Sonntag in Nürnberg, würden dies kaum spüren. Doch die Lebenssituation der mehrheitlich weiblichen Arbeiter in Bangladesch würde sich damit erheblich verbessern.

Mit der Auszeichnung von Amin hat die internationale Jury erstmals die sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte in den Blick genommen. Das Votum ist ein Aufruf an die gesamte Bekleidungsindustrie, wirtschaftsethische Prinzipien in allen Gliedern der Produktionskette einzuhalten. Globalisierter und freier Handel ohne die Einhaltung sozialer Standards widerspricht grundlegenden Menschenrechten. Zusätzlich will die Jury damit an das Verbrauchergewissen appellieren und für verantwortungsvollen Konsum sensibilisieren.

Eine Gelegenheit zum Kennenlernen des Preisträgers bot sich für die Öffentlichkeit im Anschluss an die Preisverleihung. Bei der Friedenstafel, einem Bürgerfest rund um den Kornmarkt, kamen nach der festlichen Zeremonie die Ehrengäste aus aller Welt mit den Bürgern der Stadt an einer langen Tafel, bestehend aus über dreihundert Tischen, zusammen. Rund 3.500 Personen, darunter Mitarbeitende von Mission EineWelt und von anderen Nürnberger Menschenrechtsorganisationen, setzten so ein Zeichen des Friedens, der Achtung der Menschenrechte und der Solidarität für das mutige Engagement des Preisträgers.

Mission EineWelt engagiert sich seit langem für den fairen Handel und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit. Als Mitglied der „Kampagne für saubere Kleidung“ fordert das Partnerschaftscentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie und die Einhaltung sozialer Mindeststandards. Entsprechende Produktions- und Handelsunternehmen sollen einen Verhaltenskodex unterzeichnen und umsetzen. Die wichtige Arbeit von Menschenrechtsverteidigern, wie die von Amirul Haque Amin, soll so auch international unterstützt und gefördert werden.

Im Rahmen der Friedenstafel war Mission EineWelt gemeinsam mit Nürnberger Weltläden und der Textilkünstlerin Heidi Drahota mit einem Informationsstand, einen „Tatort des unfairen Handels“ sowie eine „Nähstation“ zum Mitmachen vertreten. Direkt vor Ort wurde damit zum Thema „Faire Produktion“ informiert und aktiv auf Menschenrechtsverletzungen bei der Herstellung von Textilien hingewiesen.

Mit diesem Rahmenprogramm um die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Amirul Haque Amin bot sich so für sämtliche Bürger die Gelegenheit, am letzten Sonntag im September in Nürnberg nicht nur einzukaufen, sondern auch einen informativen wie unterhaltsamen Nachmittag zu erleben. Und selbst der eine oder andere zufällig vorbeischlendernde Passant, der auf der Suche nach neuen Modetrends und günstiger Kleidung in Nürnbergs Innenstadt unterwegs war, konnte so für die Missstände in der Textilindustrie sensibilisiert werden.

Pressekonferenz am 30. September in der Straße der Menschenrechte / DGB-Haus in Nürnberg

Am Samstag, 10. Oktober 2015, findet in Berlin eine bundesweite Großdemonstration gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europäischer Union (EU) und den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Mehr als 30 Organisationen fordern dabei nicht nur einen Stopp der Verhandlungen zu TTIP, sondern auch eine Nicht-Ratifizierung des Freihandelsabkommens CETA zwischen EU und Kanada.

Als Mobilisierungsmaßnahme findet aus diesem Anlass am 30. September 2015 um 11.00 Uhr eine Pressekonferenz statt. Beginnen wird diese in der Straße der Menschenrechte mit einer fototauglichen Plakataktion, anschließend gibt es Gelegenheit zum Gespräch im daneben liegenden DGB-Haus in Nürnberg (Am Kornmarkt 5-7). Der TTIP-Ratschlag Nürnberg (vertreten durch Mission EineWelt, BUND, DGB, Sozialforum Nürnberg, attac Nürnberg, Bündis 90/Die Grünen u.a.) wird erklären, warum er gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co sind und zur Demo aufrufen.

„TTIP und andere Freihandelsabkommen wie CETA, TiSA & Co werden die Schere zwischen Arm und Reich weltweit nur verschärfen, Konzerne erhalten mehr Macht und Einfluss auf die Gesetzgeber – mit fatalen Folgen für Kleinbauern vor allem in den armen Ländern des Südens, für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Umwelt- und Sozialstandards. TTIP ist genau das Gegenteil von dem, was wir angesichts von Klimawandel, Ressourcenverknappung und Armutsbekämpfung dringend brauchen: einen multilateralen fairen und nachhaltigen Handelsvertrag, der ökologische und soziale Standards weltweit festschreibt“, so Pfarrerin Gisela Voltz, Referentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit beim evangelischen Partnerschafts-centrum Mission EineWelt.

Das Bündnis, das zur Großdemo in Berlin aufruft, reicht von der globalisierungskritischen Organisation Attac und der Bürgerbewegung Campact über den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Paritätischen Wohlfahrtsverband bis zur entwicklungspolitischen Organisation Brot für die Welt und allen großen Natur- und Umweltverbänden von BUND und NABU bis Greenpeace und WWF.

„TTIP ist auch ein Versuch, dem Welthandel die Regeln der reichen Industriestaaten aufzudrücken. Ärmere Länder haben keine Chance, ihre Interessen geltend zu machen. TTIP setzt Standards – aber nicht für Menschenrechte, Arbeits- und Umwelt-Standards, sondern zur Absicherung der Wettbewerbsvorteile von EU und USA“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt.

Weil die geplanten Abkommen wie TTIP spürbare Nachteile für ärmere Länder haben werden, zu denen auch viele Partnerkirchen der bayerischen evangelischen Landeskirche gehören, ruft Mission EineWelt zur Teilnahme an der bundesweiten Demo in Berlin auf.

Der DGB und die Grünen stellen Busse für die Fahrt zur Demo zur Verfügung.Infos unter http://mittelfranken.dgb.de/ bzw. http://gruene-nbg.de/.
Des Weiteren fährt ein Sonderzug nach Berlin (Info unter https://ttip-sonderzug.de/anreise/zugfahrkarten/).

Auch bei der Nürnberger Friedenstafel am 27.9. werden die verschiedenen Gruppen und Organisationen des Nürnberger TTIP-Ratschlags die Bevölkerung auf die Demo aufmerksam machen: Vertreterinnen und Vertreter des TTIP-Ratschlags werden an den Tischen „TTIP stoppen!“ Aufsteller verteilen und mit den Menschen zu TTIP ins Gespräch kommen.

Weitere Infos bei:

Gisela Voltz
Tel. 0911-36672-0

Weitere Infos zur Demo: www.ttip-demo.de

Mission EineWelt, der Weltladen „Fenster zur Welt“, der Lorenzer Laden und die Künstlerin Heidi Drahota machen auf Missstände in der Textilindustrie aufmerksam

Bei der Friedenstafel am kommenden Sonntag, 27. September 2015, ist das Centrum Mission EineWelt mit einer Mitmachaktion beteiligt. Zusammen mit Nürnberger Weltläden und der Künstlerin Heidi Drahota wird mit einem Nähprojekt, fiktiven Tatorten und Haftbefehlen auf Missstände in der Produktion von Kleidung aufmerksam gemacht und für faire Arbeitsbedingungen geworben.

Der Einsturz des Rana Plaza Gebäudes, der schwerste Fabrikunfall in der Geschichte Bangladeschs, hat das Bewusstsein vieler Menschen für die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche Südostasiens auch in Deutschland geschärft. Einen Beitrag dazu leistet die diesjährige Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Amirul Haque Amin. Diese findet am 27. September um 11 Uhr im Nürnberger Opernhaus statt und bildet den Auftakt zur Friedenstafel am Nachmittag. Der Preisträger setzt sich seit 30 Jahren in seiner Heimat für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und damit für die Würde der Menschen ein, die in der exportorientierten Bekleidungsindustrie in Bangladesch tätig sind.

Mit den Missständen in der Textilindustrie setzt sich Mission EineWelt schon lange auseinander. Jetzt sollen sich auch die Besucherinnen und Besucher der Friedenstafel Gedanken machen. Wieso liegt dort ein T-Shirt auf dem Boden? Welches Verbrechen wurde dort begangen und wer wird mit Haftbefehl gesucht?

Ziel ist das aktive Auseinandersetzen mit Menschenrechtsverletzungen, die laut Untersuchungen immer wieder bei der Herstellung von Textilien vorkommen. Das betrifft auch deutsche Unternehmen, die direkt oder indirekt daran beteiligt sind und möglicherweise davon profitieren. Bislang gibt es keine verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen und es ist kaum möglich, sie bei Menschenrechtsverstößen oder Umweltschäden haftbar zu machen.

Außerdem ist die Nürnberger Textilkünstlerin Heidi Drahota mit einer Nähaktion beteiligt. Die von Besuchern der Friedenstafel mitgebrachten Stoffstücke sowie auf Zetteln niedergeschriebene Gedanken zur Thematik werden Teil eines Gesamtkunstwerks der Künstlerin.

Die Aktionen finden am Sonntag, 27. September 2015, zwischen 13 und 16 Uhr am Hallplatz vor dem City-Point in der Nürnberger Innenstadt statt.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Gisela Voltz
Referentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0179-7875830
E-Mail:

Mit einer Straßenaktion machte am gestrigen Mittwoch, 10. Dezember 2014, ein ökumenischer Zusammenschluss mehrerer Organisationen in Nürnberg auf den Internationalen Tag der Menschenrechte aufmerksam.

„Menschen auf der Flucht“ war die zweistündige Aktion vor der Kirche St. Klara überschrieben, bei der die 1948 verabschiedete UN-Menschenrechtscharta in Bezug auf die heutige Asyl- und Migrationspolitik kritisch hinterfragt wurde. Über die Umsetzung der 30 Artikel umfassenden Charta beziehungsweise deren Scheitern berichteten Flüchtlinge, die in der Metropolregion leben. Ihre Erfahrungsberichte zeigten, dass noch immer ein tiefer Graben zwischen dem Anspruch universell gültiger Menschenrechte und der Wirklichkeit klafft.

„Der Tag der Menschenrechte mahnt uns, in unserem Einsatz für die Durchsetzung der Menschenrechte nicht nachzulassen.“, so Aneth Lwakatare, Menschenrechtsreferentin von Mission EineWelt. „Die Asyl- und Migrationspolitik muss an den Menschenrechten ausgerichtet werden!“

Das Bündnis der Organisationen – darunter Mission EineWelt, Brot für die Welt, pax christi und dem Nürnberger Menschenrechtsbüro – machte mit der Aktion auf seine Forderungen aufmerksam. So soll das europäische Asylrecht harmonisiert, die Möglichkeiten zur legalen Einreise Schutzsuchender ausgebaut und eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge gewährleistet werden. Sämtliche Forderungen konnten direkt per Postkarte von den Teilnehmenden der Straßenaktion an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt werden.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Einlagen der Trommelgruppe „AKWABA“. Zum Abschluss fand im Caritas-Pirckheimer-Haus eine Gesprächsrunde zum Thema „Der glücklichste Flüchtling ist jener, der zu Hause bleiben kann“ statt.

Die Agentur für Qualität in Freiwilligendiensten (Quifd) hat die Internationalen Evangelischen Freiwilligendienste (IEF) von Mission EineWelt mit ihrem Qualitätssiegel ausgezeichnet.

Um dieses Siegel zu erhalten, muss die Einhaltung von Qualitätsstandards nachgewiesen werden, die Quifd in Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis entwickelt. Dazu zählen die professionelle Organisation des Freiwilligendienstes, sorgfältige und transparente Auswahlprozesse von Freiwilligen und Einsatzstellen, eine durchdachte pädagogische Begleitung und ein stetiger Qualitätsmanagementprozess. Diese und weitere Standards sollen die Anbieter von Freiwilligendiensten in ihrem Bemühen um Qualitätsentwicklung unterstützen.

Mission EineWelt freut sich über die uneingeschränkte Empfehlung des Quifd-Gutachtens, das die langjährige Erfahrung und gute Praxis im IEF-Programm lobt. Gleichzeitig versteht Mission EineWelt die gelungene Zertifizierung auch als Verpflichtung, die hohe Qualität zu halten und weiterzuentwickeln, um die Ziele des Freiwilligenprogramms zu erreichen: Engagierte junge Menschen zu finden und zu fördern, die sich für ein gerechteres Zusammenleben in der Einen Welt einsetzen und sich in Übersee und Deutschland in Kirche und Zivilgesellschaft einbringen.

Das Thema „Flüchtlinge“ im Zentrum mehrerer Veranstaltungen am 10. Dezember in Nürnberg

Ein ökumenischer Zusammenschluss mehrerer Organisationen veranstaltet am 10. Dezember aus Anlass des Internationalen Menschenrechtstags eine Straßenaktion in Nürnberg. „Menschen auf der Flucht“ ist die etwa zweistündige Aktion vor der St. Klara-Kirche (Königstraße 64), überschrieben, die um 15.00 Uhr beginnen wird. Erfahrungsberichte von Flüchtlingen, die in der Metropolregion leben, wechseln sich mit musikalischen Beiträgen der Trommelgruppe AKWABA und Stellungnahmen der Veranstalter ab.

Mit der gemeinsamen Straßenaktion wollen unter anderem Mission EineWelt, Brot für die Welt, Pax Christi/Diözesanverband Bamberg, Afrodeutsche e.V. und das Nürnberger Menschenrechtsbüro darauf aufmerksam machen, welche Rechte Menschen auf der Flucht vorenthalten werden, so Jürgen Bergmann, Leiter des Referats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt.

Das Bündnis der Organisationen macht mit der Aktion auf seine Forderungen aufmerksam, die Asyl- und Migrationspolitik an den Menschenrechten auszurichten, indem das europäische Asylrecht harmonisiert, die Möglichkeiten zur legalen Einreise Schutzsuchender ausgebaut und eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge gewährleistet wird.

Im Anschluss an die Aktion lädt das Nürnberger Evangelische Forum für den Frieden (NEFF) zur Einweihung der Plakatwand „Gesicht zeigen – wir treten ein für Menschenrechte“ um 18.00 Uhr am Plärrer (Fußgängerzone, Untergeschoss, Ausgang Richtung Gostenhofer Hauptstraße) ein.

Um 17.00 Uhr beginnt in der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH, Königstraße 64 in Nürnberg) zudem eine Gesprächsrunde zum Thema „Der glücklichste Flüchtling ist jener, der zu Hause bleiben kann“. Das CPH und die Jesuitenmission laden herzlich dazu ein.

Mission EineWelt fordert die Bundesregierung zu größerem Engagement auf

Mission EineWelt ruft die Bundesregierung zum Welt-Aids-Tag am kommenden Montag (1. Dezember) auf, endlich einen angemessenen und fairen Beitrag zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zu leisten. Das evangelische Partnerschaftszentrum, Mitglied im Aktionsbündnis gegen Aids, fordert deshalb, die bisherigen Zahlungen auf mindestens 400 Millionen Euro pro Jahr zu verdoppeln.

Ein Ende von Aids ist kein Wunschdenken. Die dafür notwendigen Strategien und Instrumente sind bekannt, sie müssen nur ausreichend finanziert und konsequent umgesetzt werden. Eine unabdingbare Voraussetzung ist, dass alle wirtschaftlich besser gestellten Staaten einen fairen Beitrag für den Globalen Fonds leisten. Die Beteiligung Deutschlands an der Finanzierung des Fonds blieb mit 200 Millionen Euro pro Jahr bisher weit unter dem notwendigen Niveau. Aus diesem Grund setzt sich das Aktionsbündnis gegen Aids dafür ein, dass die Bundesregierung ihren Beitrag verdoppelt.

Trotz großer Erfolge bei der Prävention und Behandlung von HIV und Aids haben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur die Hälfte der Infizierten, nämlich 14 Millionen Menschen, Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten. Nur jedes vierte Kind wird medikamentös versorgt, oft ist die Behandlung aber nicht auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Nicht alle anti-retroviralen Medikamente, die für Erwachsene eingesetzt werden, können auch für Kinder verwendet werden.

Als Land mit der größten Wirtschaftskapazität Europas trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für die Finanzierung von lebensnotwendigen Gesundheitsmaßnahmen in den wirtschaftlich benachteiligten Weltregionen. Es ist daher beschämend, dass die deutschen Beiträge für die Entwicklungszusammenarbeit im Gesundheitsbereich nicht nur weit unter den international empfohlenen Zielgrößen bleiben, sondern auch im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich ausfallen. Daher fordert Mission EineWelt die Mitglieder des Deutschen Bundestags auf, bei den aktuell stattfindenden Haushaltsberatungen entsprechend zu entscheiden.

Weitere Information unter www.aids-kampagne.de

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Preisverleihung am 6. Dezember 2014 in der Nürnberger Tafelhalle

Am 6. Dezember 2014 wird in Nürnberg zum neunten Mal der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis verliehen. Die Veranstaltung in der Tafelhalle beginnt um 19.00 Uhr. In einer mehrstufigen Sichtung wählte die Jury aus über 400 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen die Preisträger in den sechs Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Filmhochschule, Bildung und Amateur aus. Mission EineWelt ist Mitveranstalter dieses alle zwei Jahre stattfindenden Filmwettbewerbs.

An dem Abend werden die Filmemacher vor großem Publikum geehrt. Jede Wettbewerbskategorie ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Preisträger erhalten zudem eine individuell angefertigte Preisstatue. Als Gastredner werden Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages (Berlin), sowie Bruder Markus Heinze ofm, Direktor des Human Rights Council von Franciscans International bei den Vereinten Nationen (Genf), erwartet, der als Vertreter des Veranstalterkreises sprechen wird. Christoph Süß (Bayerisches Fernsehen, Sendung „quer“) führt als Moderator durch die rund zweistündige Preisverleihung. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von der jungen Münchner Sängerin AMI.

Nach der Preisverleihung gehen die prämierten Filme auf Tournee durch Deutschland und die Schweiz. In neun Städten werden diese Produktionen mit anschließendem Gespräch mit den Filmemachern vorgestellt. Erste Station ist am 10. Dezember Würzburg.

Die Verleihung des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises am 6. Dezember ist eine öffentliche und kostenfreie Veranstaltung. Für den Abend sind noch Restkarten verfügbar. Eine Anmeldung und Reservierung ist unbedingt erforderlich. Karten können, solange der Vorrat reicht, online unter www.menschenrechts-filmpreis.de/anmeldung bestellt werden und liegen am Veranstaltungsabend ab 18.00 Uhr an der Abendkasse zur Abholung bereit.

Weitere Informationen unter www.menschenrechts-filmpreis.de[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

416 Produktionen gehen in diesem Jahr ins Rennen

Am 6. Dezember wird im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Nürnberger Tafelhalle der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis zum neunten Mal verliehen. Mit 416 Produktionen endet die Ausschreibung des Wettbewerbs in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung und stellt die Jury, die sich Ende Oktober und Anfang November zusammensetzen wird, vor eine große Auswahl.

In diesem Jahr waren erstmals Langfilme zum Wettbewerb zugelassen. „Es freut uns, dass diese Möglichkeit bei den Filmemachern, Produzenten und Sendern so positiv aufgenommen wurde und wir fast 150 Produktionen in dieser Kategorie vorgelegt bekommen haben“, so Klaus Ploth, Geschäftsführer der Evangelischen Medienzentrale Bayern. Im Zentrum der bisherigen Filmpreis-Verleihung, die alle zwei Jahre stattfindet, standen bislang Einreichungen von nicht-kommerziell arbeitenden Filmgruppen (Schulen, Jugendarbeit, Film-Clubs, etc.). Aus diesem Amateurbereich sind auch wieder viele Beiträge im Rennen.

Die eingereichten Filme werden nun von den Mitgliedern des Veranstalterkreises gesichtet und für die Jurierung vorbereitet. Inhaltlich zeichnet sich nach Aussage der Veranstalter ein thematischer Trend der Filme ab: Etwa ein Drittel aller vorgelegten Produktionen befasst sich mit dem Themenkomplex Migration, Flucht und Asyl.

Zu den Gründungsmitgliedern des 1998 zum ersten Mal ausgelobten Filmpreises gehörte der damalige Kirchliche Entwicklungsdienst, der heute als Referat Entwicklung und Politik Teil des Partnerschaftszentrums Mission EineWelt ist.

Weitere Informationen zum Menschenrechts-Filmpreis erhalten sie hier.