Das Leben des Liedermachers Gerhard „Gundi“ Gundermann ist Hin und Her, Wenn und Aber, Hätte und Fahrradkette. Wer das Leben des ostdeutschen Kultliedermachers betrachtet, bekommt unweigerlich den Eindruck einer aufgestellten Münze, die um sich selbst rotiert und so ständig die eine oder andere

(Kehr-)Seite der sprichwörtlichen einen Medaille aufzeigt: Rebell und Stasi-Spitzel, Bespitzelter und wieder Rebell, Baggerfahrer und Songschreiber, Weltverbesserer und Ratloser und vor allem: selbst im Scheitern aufrecht, irgendwie.

Regisseur Andreas Dresen wirft in seinem 2018 erschienenen Film „Gundermann“ einen feinzeichnenden Blick auf das in seiner Widersprüchlichkeit so authentische Leben dieses zumindest in Ostdeutschland legendären Künstlers, der 1998 mit nur 43 Jahren verstarb. Die Hauptrolle spielt Alexander Scheer, bekannt unter anderem aus „Sonnenallee“, der alle Lieder im Film selbst eingesungen hat. Weitere DarstellerInnen sind: Anna Unterberger, Axel Prahl, Thorsten Merten, Bjarne Mädel, Milan Peschel, Kathrin Angerer und Peter Sodann.

Das Mittwochskino von Mission EineWelt zeigt „Gundermann“ am 27. März 2019 um 19.30 Uhr im Otto-Kuhr-Saal (Hauptstraße 2 in Neuendettelsau). Der Eintritt ist frei.

21 Songs wurden zum internationalen Songwettbewerb von Mission EineWelt eingereicht. Die Teilnehmenden kommen aus Afrika, aus Papua-Neuguinea, aus Lateinamerika und aus Deutschland. Jetzt hat die siebenköpfige Jury die GewinnerInnen gekürt.

Aufgabe war es, einen Song zum Jahresthema von Mission EineWelt, „Der Mensch – not for sale“ zu schreiben und aufzunehmen. Die Resultate waren nahezu alle auf einem erstaunlichen Niveau. Jurymitglied Thomas Nowack vom Verband für christliche Popularmusik in Bayern attestierte der „überwiegenden Anzahl der Beiträge“ ein „solides musikalisches und textliches Niveau“.

Gewonnen hat die Super Kwata Band aus Tansania mit ihrem engagierten Reggae „War is a Business“. Marja Burchard, Leaderin der legendären Weltmusikband Embryo und ebenfalls Mitglied der Jury, brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Ausgecheckte Bläsersätze, ausgecheckter Gesangsteil und ausgecheckte Rhythmusgruppe. Schön zusammengespielt.

Schöner Text.“ Auch Thomas Nowack war überzeugt: „Text und Melodie harmonieren nahezu perfekt. Der geistliche Bezug kommt leicht und wirkt nicht aufgesetzt. Das Ganze ist airplay-tauglich.“

Platz 2 belegt ein Projekt von Nora Heß, die gerade als Freiwillige an der Voi Lutheran Bible School in Kenia arbeitet. Zusammen mit einer Gruppe von zehn Theologie-Studierenden hat sie den Song „Not for Sale“ komponiert, arrangiert und aufgenommen. Zudem wurde noch ein passendes Musikvideo entwickelt. Der Beitrag verbindet auf sehr originelle Weise afrikanische Melodik und Rhythmik mit Hip-Hop-Elementen.

Auf den dritten Platz wählte die Jury den Tudjiko Choir aus dem Kongo. Marja Burchard lobte die „Energie, die Mehrstimmigkeit, die Polyphonie und die eigene Kreativität, mit wenigen Mitteln eine sehr gute Percussionsgruppe herzustellen“ sowie die „sehr schöne Interaktion zwischen den Singenden und den Percussionisten“.

Wer sich die Songs aller Teilnehmenden anhören möchte, kann das unter

https://keine-ware.de/songwettbewerb-ergebnis/ tun.

Die Jury: Marja Burchard (Leaderin der Weltmusikband Embryo), Thomas Nowack (Referent beim Verband für christliche Popularmusik in Bayern), William Obaga (Kirchenmusiker), Gabriele Hoerschelmann (Direktorin von Mission EineWelt), Jürgen Bergmann (Leiter des Referats Entwicklung und Politik bei Mission EineWelt), Sergio Rios Carrillo (Menschenrechtereferent bei Mission EineWelt), Thomas Nagel (Pressereferent bei Mission EineWelt)

Mit schweren Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von 170 km/h erreichte Zyklon Idai in der Nacht auf Freitag, 15. März, Mosambik. Der Sturm zog quer durchs Land bis nach Malawi und Zimbabwe, wo es ebenfalls zu schweren Zerstörungen kam. Vor allem die Hafenstadt Beira in Mosambik wurde heftig getroffen. Eine halbe Million Menschen sind ohne Stromversorgung. Bis dato gibt es nur einzelne Meldungen aus der Stadt. Die Straßen nach Beira sind unbefahrbar. Wegen anhaltender Regenfälle und Starkwinde können Hubschrauber kaum fliegen. Laut UN sind rund 600.000 Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen. Etwa 400.000 Menschen verloren ihr Zuhause. Der mosambikanische Präsident Filipe Nyusi rechnet mit mehr als 1.000 Toten.

Wegen der Wetterbedingungen ist es höchst schwierig, einen Gesamtblick auf Schäden und Opfer im Land zu bekommen. Der Transport von Hilfsgütern in die am schlimmsten betroffenen Orte ist eine große Herausforderung.

Die Diakonie Katastrophenhilfe wird sich mit 100.000 Euro an der Soforthilfe beteiligen. Zudem sind Hilfsprogramme für Nahrungsmittel an 50.000 sowie Decken und Zelte für 25.000 Menschen vorgesehen.

Pfarrer Sikhathesihle Khumalo arbeitet mit Unterstützung von Mission EineWelt für die lutherische Kirche in Mosambik und wohnt in Beira. Er beschreibt die Situation:
„Beira ist völlig isoliert. Die großen Brücken zur Stadt sind zerstört. Menschen sind am Verhungern, weil die Felder kurz vor der Ernte völlig unter Wasser stehen und wegen der gestörten Verkehrsverbindungen viel zu wenig Nahrungsmittel gebracht werden können. Es gibt keine Elektrizität. Kommunikation per Telefon oder auf anderen Wegen ist fast unmöglich. Viele Häuser sind schwer beschädigt. Die Leute wissen nicht, wo sie wohnen sollen. Weil überall in der Stadt Wasser steht, sterben Tag für Tag mehr Menschen. Das Provinzkrankenhaus ist überbelegt. Die Leichenhäuser sind voll. Menschen, die sterben, werden sofort bestattet, wobei die Gräber voller Wasser sind.“

Die Menschen in Mosambik sind dringend auf Hilfe angewiesen. Helfen Sie mit!

Mission EineWelt und die Diakonie Katastrophenhilfe arbeiten im Rahmen der ACT-Alliance, dem Katastrophenhilfenetzwerk des Ökumenischen Rats der Kirchen, mit lokalen Partnern vor Ort zusammen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe und Mission EineWelt bitten um Spenden:

Mission EineWelt
Stichwort: Katastrophenhilfe südliches Afrika
IBAN: DE12 5206 0410 0001 0111 11
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
oder online: www.mission-einewelt.de

Weitere Informationen:
Reinhard Hansen
africa@mission-einewelt.de
Tel: 09874 9-1301

Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Stichwort: Katastrophenhilfe südliches Afrika
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Evangelische Bank
www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

Weitere Informationen:
Fritz Blanz
blanz@diakonie-bayern.de
Tel.: 0911 9354-265

Eine Welt der Gerechtigkeit, der Solidarität, der Toleranz, der Freiheit, des verantwortungsvollen Umgangs miteinander und mit der Schöpfung – dafür setzt sich Mission EineWelt ein. Zur EU-Wahl am 26. Mai 2019 startet das Partnerschaftszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eine Kampagne, die möglichst viele Menschen dafür gewinnen soll, sich gemeinsam aktiv für dieses große Ziel zu engagieren.

„Als Christinnen und Christen sind uns Werte wie Menschenrechte und Gerechtigkeit wichtig. Darum wagen wir hier auch groß zu denken und eben nach den Sternen zu greifen“, sagt Gabriele Hoerschelmann, Direktorin von Mission EineWelt.

Im Zentrum der Kampagne stehen fünf politische Forderungen: Vorrang von Menschen- und Arbeitsrechten vor Investitionsschutz und Profitdenken, hohe Umwelt- und Sozialstandards, Einführung der Finanztransaktionssteuer und effektive Besteuerung transnationaler Konzerne, faire Handelsbeziehungen, effektiver Klimaschutz. Diese Forderungen können in Form von Postkarten oder als E-Mail an PolitikerInnen verschickt werden. Dazu gibt es Aufkleber und Plakate, die für die Forderungen werben.

Ein wichtiger Hintergrund der Kampagne ist auch der Einsatz für ein UN-Abkommen für Menschen- und Arbeitsrechte, das so genannte „Binding Treaty“. Dessen Ziel ist, weltweit klare Regeln für Unternehmen zu schaffen und Menschen, die von Verletzung der Menschen- und Arbeitsrechte betroffen sind, Klagemöglichkeiten zu eröffnen. Damit gäbe es einen weltweit gültigen, verbindlichen, gerichtsbaren Rahmen für Menschen- und Arbeitsrechte statt der bisher nur vereinzelten und unzureichend funktionierenden, mehr oder weniger freiwilligen Selbstkontrolle von Unternehmen. Über 100 Staaten beteiligen sich inzwischen konstruktiv an den Verhandlungen. Die EU und die Bundesrepublik Deutschland nehmen bisher nicht aktiv teil und haben in der Vergangenheit den Verhandlungsprozess teilweise sogar blockiert. Als Mitglied der Treaty Alliance Deutschland fordert Mission EineWelt, dass die Bundesregierung und die EU sich aktiv für dieses Abkommen einsetzen und auf dessen maximale Wirksamkeit und Verbindlichkeit hinwirken.

Über das Versenden der Forderungen hinaus gibt die Kampagne Anregungen dafür, Diskussionen und Interviews mit EU-PolitkerInnen zu organisieren und weitere Ideen für Gesprächs- und Diskussions-formate zu entwickeln.

Informationen und Hintergründe zur Kampagne sowie die Möglichkeit, Material zu bestellen und die Forderungen per E-Mail zu versenden, finden sich auf:

www.eu-gemeinsam.de

Die Website der Treaty Alliance Deutschland:

https://www.cora-netz.de/treaty/

Der Arbeitskreis Kongo dient als Plattform für Netzwerken, Erfahrungsaustausch, und thematische Reflexion. Hier treffen sich AkteurInnen, die im kirchlichen Rahmen Partnerschaften mit Diözesen, Einrichtungen oder Kirchengemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Kongo (Èglise Èvangélique Lutherienne au Congo – EELCo) pflegen: Dekanate und Institutionen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Kirchengemeinden, Kirchenkreise der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Von 8. bis 10. März 2019 kam der AK Kongo in Bad Windsheim zusammen. Das Dekanat pflegt eine Partnerschaft mit der Westdiözese in der EELCo. 49 Teilnehmende waren dabei: Ehrenamtliche, MultiplikatorInnen, Interessierte und Beauftragte trafen sich zum Austausch.

Ein zentrales Thema des Treffens war das 50-jährige Jubiläum der EELCo. Zunächst berichteten AK-Mitglieder, die bei den Jubiläumsfeierlichkeiten in Lubumbashi vor Ort waren, über ihre Eindrücke und Erlebnisse. Nach einem Exkurs über die Geschichte und die Perspektiven der lutherischen Kirche im Kongo stand Brainstorming auf dem Programm. Die AK-Mitglieder entwickelten Leitideen für die künftige Gestaltung der Partnerschaft, unter anderem für die Jugend-, Frauen- und Umweltarbeit.

Am Samstagnachmittag berichtete Eloi Kayembe über die politische Situation in der Demokratischen Republik Kongo und zog eine Bilanz der jüngsten Präsidenschafts- und Parlamentswahlen. Der kongolesische Politikwissenschaftler, der seit 15 Jahren in Dinkelsbühl lebt, plädierte dafür, dem neu gewählten Präsidenten Félix Antoine Tshisekedi Tshilombo einen Vertrauensvorschuss zu geben. Immerhin sei der Machtwechsel der erste im Kongo, der im Großen und Ganzen friedlich abgelaufen ist.

Im Anschluss stellte Thomas Nagel, Pressereferent bei Mission EineWelt, das UN-Abkommen für weltweit geltende Menschen- und Arbeitsrechte vor, das derzeit von über 100 Staaten verhandelt wird. Leider verharren die EU und auch die Bundesregierung in einer abwartenden Haltung. Im Rahmen der frisch gestarteten Kampagne von Mission EineWelt zur EU-Wahl „Gemeinsam nach den Sternen greifen“ oder mit der europaweiten Petition „Menschenrechte schützen – Konzernklagen stoppen!“ können sich Interessierte aktiv für das UN-Abkommen und gegen den Vorrang von Investitionsschutz vor Menschen- und Arbeitsrechten einsetzen.

Die EU-Wahlkampagne von Mission EineWelt: https://eu-gemeinsam.de/

Die europaweite Petition gegen Konzernklagen: https://stopisds.org/de/

Ein Gottesdienst in der Bad Windsheimer Seekapelle mit Dekanin Karin Hüttel, Dekanatsmissionspfarrer Dirk Brandenberg, der Trommelgruppe Esengo, den Gästen und der lokalen Gemeinde rundete den AK ab.

Valinirina Nomenjanahary

Am 16. März 2019 ging bei Mission EineWelt eine Ära zu Ende: Traugott Farnbacher wurde mit einem Studientag, einem Gottesdienst und einem festlichen Empfang in den Ruhestand verabschiedet. In seinen rund 15 Dienstjahren als Leiter des Referats Papua-Neuguinea, Pazifik, Ostasien hat er die Arbeit von Mission EineWelt in dieser Partnerregion maßgeblich geprägt.

Die Rede vom „Unruhestand“ mag bei vielen Verabschiedungsfeiern etwas abgegriffen, floskelhaft und wie eine Art schaler Trost wirken. Im Falle von Traugott Farnbacher wird diese Floskel mit höchster Wahrscheinlichkeit Realität werden: Der unermüdliche Missionsaktivist und ein beschauliches, zurückgezogenes Rentnerleben? – Für die vielen Lobredner bei seiner Verabschiedung ist das unvorstellbar und auch nicht wünschenswert. „Gut, dass Du Dich weiterhin engagieren wirst, in Deinem so genannten Ruhestand“, schloss Andreas Nehring vom Kuratorium von Mission EineWelt seine Laudatio. „Mit den Händen im Schoß kann man sich Traugott Farnbacher nicht vorstellen“, war sich auch Kirchenrat Hans-Martin Gloël sicher, der dem Pensionär attestierte, „unaufhaltsam, intensiv, ja rastlos“ für Mission EineWelt und die Außenbeziehungen der bayerischen evangelischen Landeskirche gearbeitet zu haben. Der Beruf sei Farnbacher „Herzensanliegen“ gewesen, betonte auch der Landessynodale Fritz Schroth. Farnbacher habe „seinen geistlichen Auftrag mit ganzer Hingabe und Leidenschaft“ ausgeübt. „Die ökumenische Dimension der Kirche war Dir ein Anliegen. Du hast in vielfältiger Form die Botschaft von Gottes Treue bezeugt“, bedankte sich Hanns Hoerschelmann, Direktor von Mission EineWelt, bei seinem nun ehemaligen Referenten.

Farnbacher selbst hatte schon im Vorfeld seines Abschieds angekündigt: „Meine offizielle Dienstzeit endet, meine evangelische Berufung aber nicht.“ Der 65-Jährige will „weitere Bücher schreiben“ und plant zudem die Gründung eines Vereins „Mission für das Leben – Zukunft den Kindern“. Generell, so Farnbacher, möchte er nicht „in die Arbeit meiner geschätzten Nachfolger hineinfunken, sondern spezifische Programme fördern.“

Grafik: UN

Grafik: UN

Der Weltfrauentag wird am 8. März gefeiert. Er entstand in der Zeit um den Ersten Weltkrieg als Initiative sozialistischer Organisationen im Kampf für Gleichberechtigung, für das Wahlrecht für Frauen und für die Emanzipation von Arbeiterinnen. Die Vereinten Nationen erkoren ihn später zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden.

Zum internationalen Frauentag 2003 war ein von der UNICEF propagiertes Motto „Bessere Bildung für Mädchen“ mit dem Ziel, Mädchen besser vor ungleicher Behandlung und Ausbeutung zu schützen. Die Gleichstellungsbeauftrage des Deutschen Bundestages lud zu einem Leseabend mit der Schriftstellerin C. Anthony aus Sierra Leone ein. Viele Aufrufe wendeten sich gegen jede Diskriminierung von Frauen und Mädchen, unter anderem gegen die weibliche Genitalverstümmelung, gegen Kinderheirat und gegen die Verurteilung von nichtheterosexuellen Lebensweisen.

Heute geht es bei dem Weltfrauentag darum, neben dem Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen und für die Rechte von Frauen Freiräume für eine neue Selbstartikulation von Frauen zu schaffen. Wo Versöhnung stattfinden soll, muss der Schmerz, den die Frauen über Generationen hinweg ertragen haben, geteilt und gehört werden.

Bis heute zeigt sich ein gewisses Dilemma afrikanischer Frauen. Sie teilen mit den afrikanischen Männern den Wunsch, entgegen den aus der Kolonialzeit tradierten Bildern die eigene afrikanische Vergangenheit nicht als barbarisch, sondern als von einer sozialen Ordnung und auch mit einer Würde bestimmt zu rekonstruieren. In afrikanischer Literatur – etwa in Chinua Achebes Roman „Okonkwo oder das Alte stürzt“ – ist dies eindrucksvoll versucht worden. Zugleich aber weisen afrikanische Frauen auch auf die Brüche und Ungerechtigkeiten hin, die den traditionellen afrikanischen Gesellschaften inhärent waren. Die Unterdrückung und Diskriminierung der Frauen gehört zweifellos dazu, und dies ist auch ein Grund dafür, warum afrikanische Frauen, die sich mit ihrer Situation in der postkolonialen Gesellschaft auseinandersetzen von einer „ double colonisation“ sprechen. Dies will sagen, dass Frauen in den früher kolonisierten Gesellschaften doppelt kolonisiert waren: durch die imperialistischen Ideologien einerseits und die traditionellen patriarchalen Ideologien andererseits. Wenn sie heute darauf bestehen, dass es eine kulturelle Befreiung ohne Frauenbefreiung nicht geben wird – „No cultural liberation without women’s liberation“ – sind sie doch als afrikanische Frauen außerordentlich kritisch gegenüber Bevormundung von Seiten westlicher Frauen.

Die Kirche ist heute berufen, eine heilende und versöhnende Gemeinschaft zu sein und als heilende und versöhnende Gemeinschaft in die Welt auszustrahlen. Ob diese Gemeinschaft wirklich heilend ist, zeigt sich nicht zuletzt an der auf Respekt, Wertschätzung, Anerkennung von Verschiedenheit beruhenden Gemeinschaft von Männern und Frauen. Sie zu leben und diese Gemeinschaft zu verwirklichen ist die Berufung der Kirche.

Ulrike Hansen

 

Die Digitalisierung ist in vollem Gange. In atemberaubender Geschwindigkeit übernehmen Algorithmen die Regie in allen Lebensbereichen. In dieser Entwicklung stecken jede Menge Chancen, aber eben auch diverse Risiken. Der NSA-Skandal und die „Datenkraken“ Google und Facebook sind vielleicht nur Vorboten, die wir in wenigen Jahren harmlos nennen werden. Die Frage ist: Wie wollen wir die Digitalisierung gestaltet haben und wie bekommen wir das hin? – Das ist das Thema der Weltuni 2019, die am 15. und 16. März im DGB-Haus in Nürnberg stattfindet. Mit dabei ist unter anderem der renommierte Netzexperte Andreas Gebhard.

Die Tragweite der so genannten „digitalen Revolution“ begrenzt sich längst nicht mehr nur auf Computer, Smartphones, Tablets oder auf die Nutzung des Internets. Es geht um alle Lebensbereiche von Ressourcenverbrauch über Umweltverschmutzung, Menschenrechte und Arbeitsbedingungen bis hin zur Organisation unseres Lebens in Arbeit, Freizeit, Ökonomie und Politik. Das Potenzial der Digitalisierung reicht von der sozial-ökologischen Transformationen zum schönen Leben für alle bis zur totalen Überwachung, Manipulation, Versklavung und vielleicht sogar bis zur kompletten Machtübernahme intelligenter Maschinen, die KI-Experten wie der schwedische Philosoph Nick Bostrom für möglich halten.

Die globale Zivilgesellschaft steht vor der entscheidenden Frage: Wie können wir die Digitalisierung für mehr Demokratie nutzen und auch im Sinne der Nachhaltigkeit global gerecht gestalten? Welche Regeln brauchen wir? Wie können wir uns für eine demokratiefördernde und nachhaltige Digitalisierung einsetzen?

 

Die Weltuni bietet die Gelegenheit, diese Fragen mit Studierenden aus dem Globalen Süden zu diskutieren. Ebenfalls mit dabei sind diese ExpertInnen:

Andreas Gebhard, Netzexperte und Geschäftsführer der re:publica, Berlin (https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Gebhard)

Die dreitägige Konferenz re:publica wird seit 2007 jährlich in Berlin veranstaltet. Thema ist die Entwicklung der digitalen Gesellschaft. Das Gros der Vorträge, Workshops und Diskussionen geht als Livestream ins Internet.

Sabine Langkau, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Competence Center »Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme«, Karlsruhe

Julien Bobineau, im International Office der Universität Würzburg für Hochschulkooperationen mit Afrika verantwortlich, Vorstandsmitglied im Forum Afrikazentrum der Universität Würzburg und im bayernweiten Bavarian Research Institute for African Studies

Christian Pfliegel, Bildungswissenschaftler und E-Learning-Entwickler bei Mission EineWelt.

 

Für weitere Informationen und für Vorab-Interviewanfragen an Andreas Gebhard, Sabine Langkau oder Julien Bobineau:

Gisela Voltz: gisela.voltz@mission-einewelt.de (ab 11. März)

Norbert Brunner: norbert.brunner@mission-einewelt.de

Sophie Bielawski: Tel.:0911 36672-0