Gemeinsames Wort der Erzbischöfin der Kirche von Schweden und des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur aktuellen Flüchtlingskrise

„Für die Frage, ob wir es schaffen, mit der großen Zahl von Flüchtlingen human umzugehen, ist entscheidend, ob Europa in dieser schwierigen Situation jetzt wirklich als Ganzes zu seinen Werten steht. Weil viele in der Debatte über die geistigen Grundlagen Europas sich auf das Prädikat »christlich« berufen, ist es wichtig, dass die Kirchen Europas sich zu Wort melden.“ So lautet eine Meldung des Bayerischen Landesbischofs und Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, im Zusammenhang mit der Veröffentlichung einer Erklärung zur aktuellen Flüchtlingspolitik.

Zusammen mit der Erzbischöfin der Kirche von Schweden, Antje Jackelén, veröffentlichte Bedford-Strohm wenige Tage vor dem europäischen Sondergipfel zur Flüchtlingspolitik in Brüssel eine gemeinsame Erklärung, in der eine dringende und ernsthafte Einigung auf eine effektive europäische Flüchtlingspolitik gefordert wird. „Zäune aufzurichten, um den eigenen Wohlstand vor der Not der anderen zu schützen, kann für ein Europa, das sich auf christliche Grundorientierungen beruft, kein Weg sein.“ Vielmehr seien Solidarität und gemeinsame Verantwortung Grundlagen der EU. „Diese Prinzipien gelten nicht nur, wenn es um Wirtschaft und Finanzen geht, sondern auch und besonders, wenn es um Menschen geht.“ Abgrenzung und Abschottung widersprächen den christlichen Werten. „Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit dürfen in dieser humanitären Katastrophe auf unserem Kontinent nicht infrage stehen“, heißt es in der Erklärung.

Antje Jackelén ist seit Juni 2014 Erzbischöfin der Schwedischen Kirche. Zuvor war sie von 2007 bis 2014 lutherische Bischöfin von Lund. Schweden und Deutschland gehören in der EU zu den wichtigsten Aufnahmeländern von Flüchtlingen.

Zur aktuellen Situation der Flüchtlinge gaben überdies wenige Tage zuvor auch sämtliche Leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen Deutschlands eine gemeinsame Erklärung heraus. Diese soll „inmitten intensiver Debatten einen Beitrag zur Orientierung schaffen“, so Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Flüchtlinge willkommen zu heißen und aufzunehmen ist ein Gebot der Humanität und ein Gebot christlicher Verantwortung. Mit dieser Botschaft wenden sich die Vertreter der Landeskirchen an die deutsche und europäische Öffentlichkeit. „Unsere Gesellschaft steht vor einer großen Herausforderung, aber auch unsere Kräfte sind groß“, heißt es in dem veröffentlichten Papier. „Wir sind dankbar für die vielfältige Hilfsbereitschaft!“[vc_empty_space height=“10″][vc_row][vc_column width=“2/3″][vc_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=zoG4xMG95RQ“][vc_empty_space height=“10″][vc_column_text]Kurzfilm über die Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung der Leitenden Geistlichen der evangelischen Landeskirchen Deutschlands © EKD
[/vc_column_text][vc_empty_space height=“10″][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_column_text]Die Leitenden Geistlichen unterstreichen die kirchliche Forderung nach legalen Zugangswegen nach Europa und rufen dazu auf, Fluchtursachen zu bekämpfen: Klimaveränderungen, Kriege, Verfolgung und extreme Armut seien Folge globaler Handelsbeziehungen, Waffenlieferungen und eines Lebensstils, der die Ressourcen der Erde verbraucht. „Eine Umkehr von diesen ungerechten Verhältnissen ist an der Zeit“, heißt es in dem Papier.

Die Erklärung der 20 Leitenden Geistlichen ist die erste ihrer Art in der Geschichte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).[/vc_column_text][vc_empty_space height=“10″][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Als Centrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern setzt sich Mission EineWelt für die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge und Migranten sowie für die Ausrichtung der Asyl- und Migrationspolitik an den Menschenrechten ein. Im Rahmen des Themenjahres „Flucht und Migration“ bietet Mission EineWelt zudem weitere Informationsmaterialien und eine Gottesdienstbroschüre zur freien Verwendung im Unterricht oder für die Gemeindearbeit an.

Die offiziellen Erklärungen:

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Amirul Haque Amin heißt der diesjährige Träger des elften Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis. Der Menschenrechtler aus Bangladesch wurde für seinen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie ausgezeichnet. Nürnberger Bürger und engagierte Gruppen solidarisierten sich bei der diesjährigen Friedenstafel mit dem Preisträger. Auch Mission EineWelt und die Pazifik Informationsstelle waren als Mitwirkende vertreten.

Während viele Nürnberger das milde Wetter gestern für eine Shopping-Tour nutzten, um günstige Herbstkleidung beim verkaufsoffenen Sonntag zu ergattern, fand nur ein paar Gehminuten entfernt im Nürnberger Opernhaus die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises statt. Seit 20 Jahren lenkt dieser Preis die Aufmerksamkeit auf Personen, die sich für den Schutz der Menschenrechte einsetzen und sich damit häufig auch Anfeindungen und Angriffen aussetzen.

In diesem Jahr erhielt Amirul Haque Amin die Auszeichnung für sein Engagement als Mitbegründer und Präsident der „National Garment Workers Federation“ (Nationalen Gewerkschaft der Textilarbeiter, kurz: NGWF). Seit 30 Jahren setzt sich der Gewerkschaftschef aus Bangladesch für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Textilfabriken ein und kämpft unerschrocken gegen Hungerlöhne, Sicherheitsrisiken und die Entrechtung der 3,6 Millionen Menschen, die in der Hauptexportbranche des Landes beschäftigt sind. Unter seiner Ägide gelang es der Gewerkschaft, die Vernetzung und damit den Einfluss zum Wohl der Beschäftigten landesweit und international auszubauen.

Wie schlimm die Lage vielerorts in Bangladesch ist, rückte besonders 2013 ins öffentliche Bewusstsein. In diesem Jahr stürzte in Dhaka das Rana Plaza-Gebäude ein. Mehr als 1.000 Beschäftigte starben, über 2.000 wurden verletzt. Nach der Katastrophe gab es zwar viele Reformversprechen, doch Menschenrechtsverteidiger wie Amirul Haque Amin beklagen, dass noch immer gravierende Missstände in den Fabriken herrschen.

Mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 50 Euro im Monat liegt Bangladesch beispielsweise noch deutlich unter dem Lohnniveau von Vietnam, Kambodscha, China oder Indien. Der Preisdruck, der durch westliche Modeketten ausgelöst wird, führt bei den Beschäftigten zu ausbeuterischen Arbeits- und Lebensbedingungen. Wenn jene Modeketten zum gesetzlichen Mindestlohn jeder Näherin nur jeweils 50 Euro im Monat bezahlen würden, würde sich das einzelne Produkt wie Jeans oder Bluse gerade einmal um 11 bis 12 Cent verteuern. Verbraucher im Westen, auch die Schnäppchenjäger beim verkaufsoffenen Sonntag in Nürnberg, würden dies kaum spüren. Doch die Lebenssituation der mehrheitlich weiblichen Arbeiter in Bangladesch würde sich damit erheblich verbessern.

Mit der Auszeichnung von Amin hat die internationale Jury erstmals die sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte in den Blick genommen. Das Votum ist ein Aufruf an die gesamte Bekleidungsindustrie, wirtschaftsethische Prinzipien in allen Gliedern der Produktionskette einzuhalten. Globalisierter und freier Handel ohne die Einhaltung sozialer Standards widerspricht grundlegenden Menschenrechten. Zusätzlich will die Jury damit an das Verbrauchergewissen appellieren und für verantwortungsvollen Konsum sensibilisieren.

Eine Gelegenheit zum Kennenlernen des Preisträgers bot sich für die Öffentlichkeit im Anschluss an die Preisverleihung. Bei der Friedenstafel, einem Bürgerfest rund um den Kornmarkt, kamen nach der festlichen Zeremonie die Ehrengäste aus aller Welt mit den Bürgern der Stadt an einer langen Tafel, bestehend aus über dreihundert Tischen, zusammen. Rund 3.500 Personen, darunter Mitarbeitende von Mission EineWelt und von anderen Nürnberger Menschenrechtsorganisationen, setzten so ein Zeichen des Friedens, der Achtung der Menschenrechte und der Solidarität für das mutige Engagement des Preisträgers.

Mission EineWelt engagiert sich seit langem für den fairen Handel und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit. Als Mitglied der „Kampagne für saubere Kleidung“ fordert das Partnerschaftscentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie und die Einhaltung sozialer Mindeststandards. Entsprechende Produktions- und Handelsunternehmen sollen einen Verhaltenskodex unterzeichnen und umsetzen. Die wichtige Arbeit von Menschenrechtsverteidigern, wie die von Amirul Haque Amin, soll so auch international unterstützt und gefördert werden.

Im Rahmen der Friedenstafel war Mission EineWelt gemeinsam mit Nürnberger Weltläden und der Textilkünstlerin Heidi Drahota mit einem Informationsstand, einen „Tatort des unfairen Handels“ sowie eine „Nähstation“ zum Mitmachen vertreten. Direkt vor Ort wurde damit zum Thema „Faire Produktion“ informiert und aktiv auf Menschenrechtsverletzungen bei der Herstellung von Textilien hingewiesen.

Mit diesem Rahmenprogramm um die Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Amirul Haque Amin bot sich so für sämtliche Bürger die Gelegenheit, am letzten Sonntag im September in Nürnberg nicht nur einzukaufen, sondern auch einen informativen wie unterhaltsamen Nachmittag zu erleben. Und selbst der eine oder andere zufällig vorbeischlendernde Passant, der auf der Suche nach neuen Modetrends und günstiger Kleidung in Nürnbergs Innenstadt unterwegs war, konnte so für die Missstände in der Textilindustrie sensibilisiert werden.

Pressekonferenz am 30. September in der Straße der Menschenrechte / DGB-Haus in Nürnberg

Am Samstag, 10. Oktober 2015, findet in Berlin eine bundesweite Großdemonstration gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen Europäischer Union (EU) und den Vereinigten Staaten von Amerika statt. Mehr als 30 Organisationen fordern dabei nicht nur einen Stopp der Verhandlungen zu TTIP, sondern auch eine Nicht-Ratifizierung des Freihandelsabkommens CETA zwischen EU und Kanada.

Als Mobilisierungsmaßnahme findet aus diesem Anlass am 30. September 2015 um 11.00 Uhr eine Pressekonferenz statt. Beginnen wird diese in der Straße der Menschenrechte mit einer fototauglichen Plakataktion, anschließend gibt es Gelegenheit zum Gespräch im daneben liegenden DGB-Haus in Nürnberg (Am Kornmarkt 5-7). Der TTIP-Ratschlag Nürnberg (vertreten durch Mission EineWelt, BUND, DGB, Sozialforum Nürnberg, attac Nürnberg, Bündis 90/Die Grünen u.a.) wird erklären, warum er gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP, CETA, TiSA & Co sind und zur Demo aufrufen.

„TTIP und andere Freihandelsabkommen wie CETA, TiSA & Co werden die Schere zwischen Arm und Reich weltweit nur verschärfen, Konzerne erhalten mehr Macht und Einfluss auf die Gesetzgeber – mit fatalen Folgen für Kleinbauern vor allem in den armen Ländern des Südens, für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Umwelt- und Sozialstandards. TTIP ist genau das Gegenteil von dem, was wir angesichts von Klimawandel, Ressourcenverknappung und Armutsbekämpfung dringend brauchen: einen multilateralen fairen und nachhaltigen Handelsvertrag, der ökologische und soziale Standards weltweit festschreibt“, so Pfarrerin Gisela Voltz, Referentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit beim evangelischen Partnerschafts-centrum Mission EineWelt.

Das Bündnis, das zur Großdemo in Berlin aufruft, reicht von der globalisierungskritischen Organisation Attac und der Bürgerbewegung Campact über den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), den Paritätischen Wohlfahrtsverband bis zur entwicklungspolitischen Organisation Brot für die Welt und allen großen Natur- und Umweltverbänden von BUND und NABU bis Greenpeace und WWF.

„TTIP ist auch ein Versuch, dem Welthandel die Regeln der reichen Industriestaaten aufzudrücken. Ärmere Länder haben keine Chance, ihre Interessen geltend zu machen. TTIP setzt Standards – aber nicht für Menschenrechte, Arbeits- und Umwelt-Standards, sondern zur Absicherung der Wettbewerbsvorteile von EU und USA“, so Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt.

Weil die geplanten Abkommen wie TTIP spürbare Nachteile für ärmere Länder haben werden, zu denen auch viele Partnerkirchen der bayerischen evangelischen Landeskirche gehören, ruft Mission EineWelt zur Teilnahme an der bundesweiten Demo in Berlin auf.

Der DGB und die Grünen stellen Busse für die Fahrt zur Demo zur Verfügung.Infos unter http://mittelfranken.dgb.de/ bzw. http://gruene-nbg.de/.
Des Weiteren fährt ein Sonderzug nach Berlin (Info unter https://ttip-sonderzug.de/anreise/zugfahrkarten/).

Auch bei der Nürnberger Friedenstafel am 27.9. werden die verschiedenen Gruppen und Organisationen des Nürnberger TTIP-Ratschlags die Bevölkerung auf die Demo aufmerksam machen: Vertreterinnen und Vertreter des TTIP-Ratschlags werden an den Tischen „TTIP stoppen!“ Aufsteller verteilen und mit den Menschen zu TTIP ins Gespräch kommen.

Weitere Infos bei:

Gisela Voltz
Tel. 0911-36672-0

Weitere Infos zur Demo: www.ttip-demo.de

Mission EineWelt engagiert sich mit seinem Schwerpunktthema „Flucht und Migration“ und bietet Veranstaltungen und Fortbildungen zum interkulturellen Leben und Lernen

Seit langer Zeit vergeht kaum ein Tag, kaum eine Stunde, in der man nicht über Flüchtlinge bzw. Migration und Integration in Deutschland und weltweit spricht. Menschen bewegen sich von Ort zu Ort aus unterschiedlichen Gründen. Sie bringen mit sich auch ihre Kulturen in die Fremde und lernen dort wiederum Menschen anderer Kulturen kennen. Diese interkulturelle Begegnung bzw. dieses interkulturelle Zusammenleben bereichert vielfältig.

Die diesjährige bundesweite Interkulturelle Woche, die am 27. September in Mainz durch den bayerischen Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm eröffnet wird, greift dies auch in ihrem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“ auf. Seit 40 Jahren fördert die ökumenisch getragene Aktion das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur in Deutschland. Dabei beschränkt sich das Themenspektrum auch in diesem Jahr nicht nur auf die aktuelle Flüchtlingssituation. In der Online-Datenbank unter www.interkulturellewoche.de lassen sich Veranstaltungen in der eigenen Region finden. Das kostenlose Materialheft bietet zusätzlich Hintergrundinformationen und Praxisanregungen für eigene Gottesdienste und Aktionen.

Mission EineWelt als Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern bietet über dieses offizielle Angebot hinaus ganzjährig Veranstaltungen und Informationen zum interkulturellen Leben und interreligiösen Lernen an. Das Referat „Mission Interkulturell“ ist Ansprechpartner zu diesen Themen sowie für die Arbeit mit evangelischen Gemeinden und Christen unterschiedlicher Sprache und Herkunft.

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ So lautet die diesjährige Jahreslosung aus Römer 15,7. So ist „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt“. Mit dem Schwerpunktthema „Flucht und Migration“ setzt sich Mission EineWelt zudem für die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge und Migranten sowie für die Ausrichtung der Asyl- und Migrationspolitik an den Menschenrechten ein. Informationsmaterial und eine Gottesdienstbroschüre dazu sind ebenfalls im Centrum erhältlich.

In einer Mitgliederversammlung wählten 48 Delegierte den Direktor von Mission EineWelt, Hanns Hoerschelmann, am heutigen Donnerstag in das 15-köpfige Leitungsgremium des Evangelischen Missionswerks in Deutschland (EMW). Neben ihm wurde auch der Vorsitzende des Kuratoriums von Mission EineWelt, Prof. Dr. Andreas Nehring, in den Vorstand des EMW gewählt.

Das Evangelische Missionswerk in Deutschland (EMW) ist der Dach- und Fachverband evangelischer Kirchen, evangelischer Freikirchen und regionaler Missionswerke sowie einzelner missionarischer Verbände und Einrichtungen für die ökumenische, missionarische und entwicklungsbezogene Zusammenarbeit mit Christen und Kirchen in Übersee und für ökumenische Bewusstseinsbildung in Deutschland.

Seine Mitglieder sind evangelische Missionswerke, missionarische Verbände sowie Freikirchen und die Evangelische Kirche in Deutschland. Das EMW pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen in Übersee; berät und fördert Projekte ökumenischer Partner; verantwortet bestimmte Bereiche kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit und vermittelt Erfahrungen von Christinnen und Christen in unsere Kirchen.

Mission EineWelt, der Weltladen „Fenster zur Welt“, der Lorenzer Laden und die Künstlerin Heidi Drahota machen auf Missstände in der Textilindustrie aufmerksam

Bei der Friedenstafel am kommenden Sonntag, 27. September 2015, ist das Centrum Mission EineWelt mit einer Mitmachaktion beteiligt. Zusammen mit Nürnberger Weltläden und der Künstlerin Heidi Drahota wird mit einem Nähprojekt, fiktiven Tatorten und Haftbefehlen auf Missstände in der Produktion von Kleidung aufmerksam gemacht und für faire Arbeitsbedingungen geworben.

Der Einsturz des Rana Plaza Gebäudes, der schwerste Fabrikunfall in der Geschichte Bangladeschs, hat das Bewusstsein vieler Menschen für die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilbranche Südostasiens auch in Deutschland geschärft. Einen Beitrag dazu leistet die diesjährige Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Amirul Haque Amin. Diese findet am 27. September um 11 Uhr im Nürnberger Opernhaus statt und bildet den Auftakt zur Friedenstafel am Nachmittag. Der Preisträger setzt sich seit 30 Jahren in seiner Heimat für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen und damit für die Würde der Menschen ein, die in der exportorientierten Bekleidungsindustrie in Bangladesch tätig sind.

Mit den Missständen in der Textilindustrie setzt sich Mission EineWelt schon lange auseinander. Jetzt sollen sich auch die Besucherinnen und Besucher der Friedenstafel Gedanken machen. Wieso liegt dort ein T-Shirt auf dem Boden? Welches Verbrechen wurde dort begangen und wer wird mit Haftbefehl gesucht?

Ziel ist das aktive Auseinandersetzen mit Menschenrechtsverletzungen, die laut Untersuchungen immer wieder bei der Herstellung von Textilien vorkommen. Das betrifft auch deutsche Unternehmen, die direkt oder indirekt daran beteiligt sind und möglicherweise davon profitieren. Bislang gibt es keine verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen für Unternehmen und es ist kaum möglich, sie bei Menschenrechtsverstößen oder Umweltschäden haftbar zu machen.

Außerdem ist die Nürnberger Textilkünstlerin Heidi Drahota mit einer Nähaktion beteiligt. Die von Besuchern der Friedenstafel mitgebrachten Stoffstücke sowie auf Zetteln niedergeschriebene Gedanken zur Thematik werden Teil eines Gesamtkunstwerks der Künstlerin.

Die Aktionen finden am Sonntag, 27. September 2015, zwischen 13 und 16 Uhr am Hallplatz vor dem City-Point in der Nürnberger Innenstadt statt.

Ansprechpartnerin für weitere Informationen:

Gisela Voltz
Referentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0179-7875830
E-Mail:

Weltladen von Mission EineWelt beteiligt sich mit einer Aktion zu Palästina

Vom 11. bis 25. September findet die 14. Faire Woche unter dem Motto „Fairer Handel schafft Transparenz“ statt. Über 2.000 Aktionen im ganzen Bundesgebiet laden während dieser Zeit dazu ein, Produkte aus dem Fairen Handel kennen zu lernen und zu genießen. In Neuendettelsau beteiligt sich der Weltladen von Mission EineWelt noch bis Ende September mit einer Aktion zu Palästina.

Ziel der Fairen Woche 2015 ist es, auf das Problem der mangelnden Transparenz in konventionellen Wertschöpfungsketten aufmerksam zu machen. Der Faire Handel bietet ein Alternativmodell, bei dem der transparente Umgang zwischen allen Akteuren ein wichtiges Grundprinzip ist. Nur so können partnerschaftliche und verlässliche Handelsbeziehungen -ohne Ausbeutung von Mensch und Natur – entstehen.

Der Weltladen von Mission EineWelt bietet den Kunden in Neuendettelsau Produkte aus dem fairen Handel an. Handelspartner sind im Wesentlichen Kleinbauern-Kooperativen und Produktionsgenossenschaften, die im weltweiten Handel benachteiligt sind. Im Rahmen der Fairen Woche erhalten die Kunden einen besonderen Einblick in die Situation in Palästina.

Neben einem Materialtisch mit Informationen über die Fairhandels- und Vermarktungsorganisation „Canaan Fair Trade“, die benachteiligte palästinensische ländliche Gemeinschaften unterstützt, damit diese ihren Lebensunterhalt aufrecht erhalten können, gibt es zehn Prozent Rabatt auf fair gehandelte Produkte wie Wein, Oliven oder auch Öle und Kunsthandwerk aus dem Land im Nahen Osten. So werden nicht nur Waren aus dem Gebiet vorgestellt, sondern es findet gleichzeitig eine Sensibilisierung für die politische Situation und die Situation von dort lebenden Christen statt. Der angebotene Wein kommt beispielsweise von einem christlichen Weingut und Kloster Cremisan (Salesianer), das durch den Mauerbau von seinen Ländereien abgeschnitten wird (Mehr Informationen zum Weingut).

Organisiert werden die jährlich stattfindenden Aktionswochen zur Förderung des fairen Handels seit 2001 vom Forum Fairer Handel, das heißt von namhaften Fair-Handels-Organisationen wie TransFair, El Puente oder auch dem Weltladen-Dachverband. Mehr Informationen über die Faire Woche finden Sie auch auf deren Website.

Fünfköpfige Jury ermittelte Gewinner und hat ihre Entscheidung nun vorgestellt

Zwei Fotos aus Tansania und eine Aufnahme aus Papua-Neuguinea wurden beim diesjährigen Fotowettbewerb im Rahmen des Internationalen Evangelischen Freiwilligenprogramms von Mission EineWelt prämiert. Während des Auswertungsseminars wurden die drei Gewinnerbilder nun präsentiert.

Jonathan Fischer aus Augsburg gewann mit seiner Aufnahme eines Posaunenchors im Hochlanddorf Kipu in Papua-Neuguinea den 1. Preis beim diesjährigen Fotowettbewerb. Die fünfköpfige Jury begründete ihre Entscheidung mit dem klaren Bildaufbau, dem guten Umgang mit Licht und der einfachen, aber ausdrucksstarken Komposition des Bildes. „Im Bild wird die Lebenswirklichkeit der Menschen in Papua-Neuguinea in einer besonderen und unerwarteten Form dargestellt und gibt damit Einblick in die Erfahrungen von Freiwilligen in dem südpazifischen Land.“

Platz 2 ging an Carolin Hofmann aus Feuchtwangen mit ihrer Aufnahme eines Umzugs von 73 körperlich und geistig behinderten Schülerinnen und Schülern und Klumpfußpatienten des Rehabilitationszentrums in Usa River/Tansania. Die Jury fand dieses Foto als Momentaufnahme sehr gelungen. „Das Foto strahlt Lebensfreude aus, zeigt das Miteinander behinderter und nicht behinderter Menschen bei einer gemeinsamen Aktion und die Verbundenheit der beteiligten Personen“, so die Begründung der Entscheidung.

Mit ihrem Foto aus dem Diakoniezentrum Faraja in Tansania, das sie selbst bei der Arbeit mit einem behinderten Mädchen zeigt, gewann Ines Kowalke aus dem westlich von Augsburg gelegenen Gessertshausen den 3. Preis. Die Jury meinte dazu: „Die Szene aus Tansania zeigt auf intensive Weise das Engagement in der Arbeit mit behinderten Kindern. Die Jury beurteilte den festgehaltenen Moment in der Aufnahme als ausgesprochen ausdrucksstark und preiswürdig.“

Der 1. Preis wird von Mission EineWelt mit 300 Euro prämiert, der 2. Preis mit 200 Euro und der 3. Preis mit 100 Euro.

Mitglieder der Jury:
Alexander Jungkunz (Nürnberger Nachrichten)
Dr. Jürgen Bergmann (Leiter des Referats Entwicklung und Politik, Mission EineWelt)
Aneth Lwakatare (Menschenrechtsreferentin, Mission EineWelt)
Michael Seitz (Studienleiter, Mission EineWelt)
Helge Neuschwander-Lutz (Medien- und Pressereferent, Mission EineWelt)

Afrikanisches Drama am 23. September 2015 im Mittwochskino in Neuendettelsau

Mit einem Drama des afrikanischen Regisseurs Mahamat-Saleh Haroun startet das Mittwochskino von Mission EineWelt im September in den Filmherbst. Der Film, der erst in diesem April in die deutschen Kinos kam, spielt im nordafrikanischen Tschad.

Zur Filmhandlung: Der 25-jährige Grigris lebt in N’Djamena, der Hauptstadt der Republik Tschad, und hat es wegen seines verkümmerten linken Beins im Alltag nicht gerade leicht. Er ist jedoch ein begnadeter Tänzer und verdient sich nachts mit atemberaubenden Auftritten in den Clubs der Stadt ein wenig Geld dazu. Tagsüber hilft er im Fotoladen seines Stiefvaters Ayoub aus. Dabei lernt er die charmante Prostituierte Mimi kennen und lieben. Eines23. Tages erkrankt Grigris Stiefvater schwer. Um die anfallenden Krankenhausrechnungen zu bezahlen, heuert der junge Mann beim örtlichen Gangster-Boss Moussa an und schmuggelt Benzin für ihn. Als Grigris versucht, Moussa übers Ohr zu hauen, bringt der Tänzer sowohl sich als auch Mimi in ernsthafte Gefahr.

Der Film (Französisch mit deutschen Untertiteln) ist am Mittwoch, 23. September 2015, um 19.30 Uhr im Otto-Kuhr-Saal (Hauptstraße 2 in Neuendettelsau) zu sehen. Der Eintritt ist frei.

So richtig hell war es noch nicht, als frühmorgens Jugendliche, Frauen und Männer zur großen Turnhalle in Maria de Jetiba, im brasilianischen Bundesstaat Espirito Santo, kamen. Dass mitten in der Woche viele Menschen mit ihren Blasinstrumenten zusammenkommen, ist für Brasilien nicht normal. Doch es war ein besonderer Tag: Das XII. Nationale Treffen der Posaunenchöre der Evangelischen Kirche lutherischen Bekenntnisses in Brasilien, das vom 19. bis 23. August stattfand.

Alle zwei Jahre findet dieses Treffen statt. „Es soll die Motivation der Bläserinnen und Bläser stärken und es ist die Gelegenheit, neue Techniken zu erlernen“, davon ist Pfarrer Ari Käfer, Vorsitzender des brasilianischen Posaunenchorverbandes, überzeugt und ergänzt: „Die Posaunenchorarbeit ist für uns eine wichtige missionarische Aufgabe.“

In diesem Jahr waren vier Franken als Lehrer bei dem nationalen Treffen. Unter der Leitung von Hans Knöllinger waren Norbert und Martin Weber sowie Gerhard Ulsenheimer nach Brasilien gereist und unterrichteten in Gruppen mit rund 40 Personen. Ihre Anleitungen mussten gedolmetscht werden, eine besondere Herausforderung. Trotzdem sind die vier Bläser mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Denn wenn die missionarischen Aktivitäten gelingen sollen, dann müssen auch reine und klare Töne zu hören sein“, betont Pfarrer Ernesto Friedrich, Kirchenpräsident der brasilianischen Kirche.

Sowohl vom bayerischen Posaunenchorverband als auch von Mission EineWelt wurde dieser Einsatz der vier Posaunenchorlehrer aus dem Raum Großhabersdorf in Mittelfranken unterstützt.